Der Leipziger Industrielle Bleichert (1845 - 1901) entwickelte Drahtseilbahnen, die zu Beginn des Industriezeitalters Transportaufgaben übernahmen, wie das Museum mitteilte. Die Entwicklung der Großindustrie und die Gewinnung von Rohstoffen im großen Maßstab wären ohne die sächsischen Drahtseilbahnen undenkbar gewesen, hieß es. Bleicherts Firma baute Seilbahnen in Afrika und anderen Erdteilen. Einige der sächsischen Entwicklungen stehen noch immer im Dienst. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum 1949 bilanzierte eine Festschrift 3800 Transportanlagen in Deutschland, 2060 in Europa und 280 in anderen Erdteilen. Die Transport- und Seilbahnen wurden beispielsweise in der Kohleförderung sowie der Keramik- und Steinindustrie eingesetzt. In Grimma wurde eine Hängebrücke von der Firma geschaffen, die als Sachsens längste Drahtseilhängebrücke gilt und nach reparierten Flutschäden im Jahr 2002 noch nutzbar ist. Gezeigt werden in der Schau Originalteile und Modelle von Seilbahnen, Firmen- und Privatbriefe, Plakate, Gemälde, Fotos, historische Ansichtskarten, Firmenschriften und Werbeprospekte der Firma Bleichert. Das Stadtarchiv Grimma stellt Unterlagen vor, die den Bau der Grimmaer Hängebrücke näher beleuchten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik zunächst eine Sowjetische Aktiengesellschaft, später zum Volkseigenen Betrieb (VEB) Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen. In den 1980er-Jahren fungierte das Unternehmen als Stammbetrieb des VEB Schwermaschinenbaukombinats Takraf. ddp/mb