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Krebs: Angst um Forster Schüler

Die Grundschule Nordstadt in Forst – ein imposanter Klinkerbau. Im gelben Gebäude im Hintergrund befindet sich der Hort der Schule.
Die Grundschule Nordstadt in Forst – ein imposanter Klinkerbau. Im gelben Gebäude im Hintergrund befindet sich der Hort der Schule. FOTO: B. M.
Forst. An der größten von drei staatlichen Grundschulen in Forst sind drei Viertklässler an Krebs erkrankt. Besorgte Eltern haben sich an die Stadtverwaltung gewandt. Die hat umgehend Schadstoffanalysen am Standort veranlasst. Beate Möschl

Seit März laufen die Messreihen zur Analyse der Raumluft in Klassenräumen, Gemeinschaftsräumen, Turnhalle und auf dem Schulhof der mit 306 Schülern größten staatlichen Grundschule der Stadt. Ziel ist die rückhaltlose Aufklärung, ob von dem traditionsreichen und umfassend sanierten Schulstandort Gesundheitsgefahren ausgehen. "Wir nehmen die Häufung der Krebserkrankungen von Schülern dieser Schule sehr ernst", betont der stellvertretende Forster Bürgermeister, Sven Zuber (CDU). Es könne sich auch um eine unglückliche Häufung von Erkrankungen handeln, fügt er an und sagt: "Doch bevor wir das behaupten, wollen wir alles andere ausschließen."

Zuber zufolge ist noch in dieser Woche mit ersten Ergebnissen zu rechnen. Insgesamt drei Messungen hat die Stadt in Abstimmung mit den Landkreis Spree-Neiße und dem Staatlichen Schulamt in Auftrag gegeben. Die umfassendste Messreihe zur Analyse von mehr als 100 Stoffen in der Raumluft ist am gestrigen Mittwoch abgeschlossen worden.

Die Grundschule liegt nur wenige Hundert Meter von einer ehemaligen chemischen Reinigung entfernt, die zu DDR-Zeiten von Industriebetrieben und Militär, aber auch von der Bevölkerung genutzt wurde. Diese ist inzwischen zwar abgerissen, aber es gibt eine unterirdische Schadstoffblase, die die Entnahme von Grundwasser in der Nordstadt verbietet. Die Eltern befürchten, dass hier auch Gesundheitsgefahren für ihre Kinder lauern.

"Wir stehen in Verbindung zu einer an der Schule gegründeten Elterninitiative", sagt Zuber. "Sie hat uns gebeten, eine Ausweichlösung für den Schulbetrieb anzubieten, falls wir anhand der ersten Messwerte Gefahr im Verzug sehen." Er bestätigt, dass es einen Plan B für diesen Fall gibt und sagt: "Aber wir hoffen, dass der nicht eintritt." Lokales