Dass die Welt sich seit 2004 weitergedreht hat, lässt hoffen. Vieles sei anders, sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Donnerstag. "Damals hatten wir noch kein Facebook." Das soziale Netz im Netz gab es zwar schon, doch Sachsens Politiker ließen die Finger davon. Wie hat das bloß funktioniert damals? Wir wissen es nicht mehr.

Heute kommt kein Polit-Akteur mehr ohne eigene Facebook-Präsenz aus. Tillich gefällt 3819 Facebook-Nutzern. Sein Herausforderer im Wahlkampf und nun wohl bald zweiter Mann, Martin Dulig, steht mit 5692 gereckten Daumen deutlich besser da. Auf Twitter ist noch Luft nach oben. 1053 User hängen dort an Dulig, der beglückte sie am Mittwoch mit der Nachricht: "Fertsch." Gemeint war der Koalitionsvertrag, der nach langer Nachtsitzung endlich saß.

Auch diese kleine Randgeschichte machte über Facebook und Twitter die Runde: Kommt ein Grüner zum SPD-Parteitag. Was bringt er mit? Grünes natürlich. Grünen-Landesgeschäftsführer Till Käbsch war neulich in der Dresdner Zeitenströmung zu Gast, wo die Sozialdemokraten ihre Landesspitze neu wählten. Und Käbsch kam nicht mit leeren Händen. Ein Töpfchen Kresse hatte er dabei, das drückte er dem frisch wiedergewählten SPD-Chef Dulig in die Hand. Der stand dann da mit seinem roten Blumenstrauß und der grünen Kresse.

Verbunden mit dem Kraut ist auch eine politische Forderung an die künftige Staatsregierung. Denn im Töpfchen unterm Kraut liegt eine dicke Schicht Braunkohle. "Die sollen Sie bitte in Ruhe lassen", sagt Käbsch. Das Grünzeug aber darf mit grüner Genehmigung gemäht werden und reicht bei guter Pflege sicher für ein ganzes Butterbrötchen.