"Die Hilfsmaschinerie holt dann mal kurz Luft und läuft dann an", sagt der Vorstand des Medikamentenhilfswerkes Action Medeor (Tönisvorst), Christoph Bonsmann. Infrastruktur und Versorgung der Menschen würden mit der Zeit wieder besser. Bei Ebola sei das anders: Die Lage werde mit der Zeit zunehmend schlechter.

Keine Ansteckungsgefahr: Für einen Hamburger Virusexperten ist von dem ersten in den USA diagnostizierten Ebola-Patienten keine Ansteckungsgefahr im Flugzeug ausgegangen. "Der Mann war nicht erkrankt, als er im Flieger war. Da ist das Risiko null", sagte der Leiter der Virusdiagnostik des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Jonas Schmidt-Chanasit. Mitreisende könnten sich nur bei erkrankten Personen infizieren, die Fieber haben oder andere Beschwerden zeigten.

Abschiebungen aussetzen: Wegen des Gesundheitsrisikos hält das Bundesinnenministerium die Aussetzung von Abschiebungen nach Westafrika für angemessen. Der Vollzug des Aufenthaltsrechts, also sowohl Abschiebungen als auch die Verhängung eines generellen Abschiebungsstopps, sei jedoch Sache der Bundesländer, sagte ein Ministeriumssprecher.

Hilfe per Fluzeug: Die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines setzt ihre Flüge nach Liberia, Guinea und Sierra Leone fort. "Wir machen weiter, weil diese Flüge eine wichtige humanitäre Aufgabe erfüllen", sagte ein Unternehmenssprecher. An Bord der Maschinen seien Medikamente und technische Ausrüstung im Auftrag der Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation.

Luftbrücke vor Start: Die beiden Transall-Maschinen der Bundeswehr für die Luftbrücke in die westafrikanischen Ebola-Gebiete sind einsatzbereit. Das zweite Transportflugzeug traf am Dienstag im senegalesischen Dakar ein, wie das Verteidigungsministerium bestätigte. Es handelt sich um eine Ersatzmaschine für eine Transall, die defekt auf Gran Canaria stehen geblieben war. Auch dieser Flieger ist aber inzwischen repariert und machte sich am Dienstag auf den Rückweg nach Deutschland.

Wann die Luftbrücke in die Ebola-Gebiete in Liberia, Guinea und Sierra Leone startet, war am Mittwoch noch unklar.