Das Defizit ist aber kleiner, als die Experten noch bei ihrer letzten Schätzung im Dezember erwarteten. Damals gingen sie von einer Finanzlücke von vier Milliarden Euro aus. Die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, schloss Konsequenzen für die Versicherten nicht aus. Die Schätzung bestätige die "insgesamt sehr angespannte Finanzsituation" der gesetzlichen Krankenversicherung, sagte sie in Berlin. Das Finanzloch müssten die Kassen aus Rücklagen oder Zusatzbeiträgen finanzieren.Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch Eckpunkte für die zwangsweise Deckelung von Arzneimittelpreisen. Die Regierung will für die gesetzlichen Kassen den Arzneimittelherstellern per Gesetz einen Zwangsrabatt verordnen und ein Preismoratorium auf dem Niveau von August 2009 verhängen. Rösler sagte, dies sei "ein guter Tag für die Versicherten in Deutschland". Die Patienten könnten weiter auf hoch wirksame Arzneimittel zugreifen - aber zu angemessenen Preisen.Die SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann kritisierte, Rösler kratze nicht einmal am Preismonopol der Hersteller. Der Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen, Thomas Ballast, begrüßte die Beschlüsse des Kabinetts. Allerdings reichten die Maßnahmen nicht aus, um die Finanzen im laufenden Jahr zu stabilisieren. Nötig seien weitere Einsparungen, erklärte er.Nach Angaben des Schätzerkreises weist der Gesundheitsfonds den gesetzlichen Krankenkassen im laufenden Jahr 170,3 Milliarden Euro zu, obwohl die Einnahmen des Fonds voraussichtlich 172 Milliarden Euro betragen. Die Differenz diene dem Aufbau von Reserven. dpa/uf