Die Richterin gab am Montag einem Antrag der inhaftierten Jekaterina Samuzewitsch statt, ihren Anwalt wegen "starker Differenzen" auszutauschen. Ein Justizsprecher warf der Musikerin daraufhin eine "Verzögerungstaktik" vor.

Die drei Künstlerinnen waren für ein Protestgebet gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche zu je zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Sie sitzen seit Anfang März hinter Gittern. Bürgerrechtler kritisieren das Vorgehen der Justiz als politisch motiviert. Das Urteil hatte international Empörung ausgelöst. Die Anwälte hoffen auf Freispruch für Russlands bekannteste weibliche Gefangene - entweder in Moskau oder vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew hatte vor kurzem die Hoffnung auf eine Verkürzung der Strafe genährt. Die Inhaftierung sei "unproduktiv", hatte der Ministerpräsident gesagt.

Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich reichlich Gegner und Befürworter versammelt. Die Polizei nahm mehrere Menschen fest, die mit aufblasbaren Puppen eine schärfere Verurteilung der Frauen gefordert hatten. Sie kritisierten die internationale Unterstützung für Pussy Riot als "Politschwindel". Andere Demonstranten zeigten ihre Sympathie für die Frauen. Auch hier gab es Festnahmen.