Serbien hatte den Vertragsentwurf, der gestern in London von Kosovo-Präsident Fatmir Seidiu Vertretern der "Troika" aus EU, USA und Russland unterbreitet wurde, bereits im Vorfeld als "Provokation" zurückgewiesen.
Die Gespräche der "Troika" mit Delegationen der Kosovo-Albaner sowie am Vortag der serbischen Regierung dienten der Vorbereitung des ersten direkten Treffens beider Seiten am 28. September in New York. Auf albanischer Seite hatten Äußerungen des EU-Vertreters Wolfgang Ischinger für Irritationen gesorgt. Der deutsche Botschafter in London hatte der Zeitung "The Independent" gesagt, er würde die Frage der Unabhängigkeit offen lassen und lieber über einen "starken kontrollierten Status" für die Provinz sprechen wollen. Die Zeitung wertete dies als Zeichen für ein Abrücken von der vom UN-Sonderbeauftragten für das Kosovo, Martti Ahtisaari, vorgeschlagenen Unabhängigkeit der serbischen Provinz.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow warnte vor einer einseitigen Erklärung der Unabhängigkeit des Kosovo. Auch einige EU-Staaten haben Bedenken hinsichtlich einer völligen Unabhängigkeit. Am 10. Dezember soll die "Troika" dem UN-Generalsekretär Bericht erstatten. (dpa/ab)