Der 53-jährige Polizist Uwe R. bekam zwei Jahre Haft auf Bewährung. Außerdem muss er rund 50 000 Euro an die Staatskasse zahlen. Das Geld entspricht dem finanziellen Vorteil, den er durch die jahrelange kostenlose Nutzung eines auf den Sicherheitsdienst von André W. zugelassenen Audi A 6 hatte.

W., Chef einer Wachschutzfirma und gleichzeitig Sicherheits chef des FC Energie Cottbus, erhielt vierzehn Monate Haft auf Bewährung. Er muss außerdem 10 000 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen.

Die beiden Männer hatten eingeräumt, dass der Polizist für die jahrlange Nutzung des Autos nichts bezahlt, er aber an den Wachschutz-Unternehmer auf Nachfrage mehrfach personenbezogene Daten aus dem Polizeicomputer geliefert hatte. Die Informationen betrafen Namen und Adressen von Fahrzeughaltern, aber auch mögliche Einträge über Vorstrafen und polizeiliche Ermittlungen. In einem Fall hatte der Sicherheitschef laut Anklage so erhaltene Informationen an die Vereinsspitze des FC Energie weitergegeben. Die beiden Angeklagten bedauerten ihr Handeln und begründeten es mit ihrer langjährigen Freundschaft.

Der FC Energie Cottbus erklärte am Dienstagabend, an seinem Sicherheitschef festzuhalten. Es sei ihm bei der strafbaren Kennzeichenabfrage um eine "proaktive Gewährleistung der Sicherheit" gegangen, sagte FCE-Geschäftsführer Normen Kothe. Bei der Wahl der Mittel sei er "über das Ziel zweifelsfrei hinausgeschossen". Mit dem Urteil sei er angemessen bestraft worden.

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