Beinahe 70 Prozent der Wahlberechtigten, die am Sonntag zum Bürgerentscheid gegangen waren, stimmten für die Abwahl Pfeiffers. Der seit Oktober suspendierte Kommunalpolitiker war im vergangenen Jahr wegen Vorteilsnahme und Untreue zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Pfeiffer hatte die Abschlagsrechnung einer Baufirma beglichen, obwohl das durch den Stand der Straßenbauarbeiten nicht gerechtfertigt gewesen sei. Die Firma hatte später Konkurs angemeldet und die Arbeiten nicht mehr ausführen können. Die Stadt Mittenwalde habe dadurch einen Schaden in Höhe von rund 35 000 Euro erlitten. Gleichzeitig hatte die von Pfeiffer begünstigte Firma großzügige Parteispenden an den CDU-Kreisverband überwiesen, die damals für den Wahlkampf von Pfeiffer eingesetzt worden sein sollen. Pfeiffer hatte aber stets bestritten, dass ihm diese Spenden persönlich zugutekamen.

Der Fall Pfeiffer ist für Stephan Loge aber noch nicht abgeschlossen. Der SPD-Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald hat inzwischen ein Disziplinarverfahren gegen den Kommunalpolitiker eingeleitet.

Pfeiffer wird vorgeworfen, sich im Amt widerrechtlich mehr als 180 Privatadressen von Frauen besorgt zu haben. Dazu soll der einstige Bürgermeister beim Kraftfahrt-Bundesamt unberechtigt Halterabfragen veranlasst haben.