Bei der Frage des Erhaltes von solchen Pflasterstraßen besteht laut Meyer ein „Zielkonflikt“ . Er räumte ein, dass der Erhalt von Alleen oder auch Kopfsteinpflasterstraßen für den touristischen Wert einer Region wesentlich sind. Andererseits sei dieses Pflaster hinsichtlich Verkehrssicherheit und Lärmschutzanforderungen „sehr bedenklich und unvorteilhaft“ .
Die Bemühungen der Kommunen, an „geeigneter Stelle“ die Pflasterbeläge zu erhalten, werden von der Landesregierung unterstützt, sagte Meyer und verwies auf die Städtebauförderung. Das gelte dort, wo Pflasterbeläge zum historischen Ortsbild gehören. Zwiespältig sehe er jedoch die Behauptung, dass Touristen dieses Kopfsteinpflaster um jeden Preis erleben wollen. Zu 80 Prozent wird Brandenburg mit dem Pkw besucht, sodass sich die Kritik am touristischen Angebot laut Meyer auf den fließenden Verkehr und die Straßenverhältnisse konzentriert. Auch für Besucher sei entscheidend, dass die Straßeninfrastruktur gut nutzbar sei.
In das regionale oder auch internationale Radwegenetz sind Kopfsteinpflasterstraßen bislang nicht einbezogen, unterstrich Meyer. Touristische Radwege müssten einen Ausbaustandard aufweisen, der den internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht. „Damit verbiete sich grundsätzlich die Einbeziehung von Kopfsteinpflasterstrecken in Radewegerouten, die von der Gemeinschaftsaufgabe gefördert werden.“
Wenn Kommunen ihre kommunalen Straßen aus- oder neu bauen wollen, so ist dabei die Regelförderung von Fahrbahnen mit Kopfsteinpflaster ausgeschlossen, sagte Meyer und begründete das mit den gegenüber herkömmlichen Belegen deutlich höheren Kosten. „Mit den vorhandenen Mitteln sollen möglichst viele Kommunen unterstützt werden.“ Im Einzelfall könne allenfalls die Gestaltung von Nebenanlagen, wie Einmündungen, Pflasterrinnen und Randstreifen, aus diesem Topf gefördert werden, wenn Kopfsteinpflaster vorhanden ist, also nicht neu angeschafft werden muss. Die Förderung der Sanierung einer komplett vorhandenen Pflasterdecke sei im Unterschied zu anderen Programmen nicht vorgesehen.
Im Rahmen der Städtebauförderung und zur Entwicklung des ländlichen Raums ist beispielsweise die Wiederherstellung oder auch Erneuerung von Kopfsteinpflaster „förderfähig“ . Auch bei der Sanierung historischer Stadtkerne im Rahmen des Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ werde ein „begründeter Mehraufwand“ bewusst in Kauf genommen, wenn historische Struktur und Material dies erfordern.