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Kopfschuss-Polizist akzeptiert Strafe

Cottbus. Das Strafverfahren gegen einen Cottbuser Polizeibeamten wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt ist abgeschlossen. Im zweiten Anlauf akzeptierte der Polizist eine Bewährungsstrafe, die per Strafbefehl verhängt wurde. Simone Wendler

Der Polizist hatte bei der versuchten Festnahme eines mutmaßlichen Wirtschaftskriminellen im August 2014 nachts in der Cottbuser Innenstadt seine Dienstwaffe gezogen. Entgegen der Vorschrift hielt er dabei seinen Finger am Abzug und nicht parallel zum Lauf. Als er auf das Auto zulief, in dem der Verdächtige saß, löste sich ein Schuss, der die Windschutzscheibe durchschlug und den damals 37-jährigen Verdächtigen in den Kopf traf. Eine Notoperation konnte ihm das Leben retten, er liegt jedoch seitdem im Koma.

Im September vorigen Jahres hatte das Amtsgericht Cottbus auf Antrag der Staatsanwaltschaft bereits gegen den Schützen einen Strafbefehl über neun Monate Haft auf zwei Jahre ausgesetzt zur Bewährung und 3000 Euro Geldbuße erlassen. Der Beamte legte jedoch Widerspruch dagegen ein.

Ein neuer Strafbefehl, den das Amtsgericht Anfang Dezember erließ, wurde am Heiligen Abend rechtskräftig. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Cottbus unterscheidet er sich vom ersten Strafbefehl nur in einer Formulierung, die in dem noch ausstehenden Disziplinarverfahren ungerechtfertigt zulasten des Beamten "auslegungsfähig" gewesen wäre. Das sei in dem neuen Strafbefehl korrigiert worden. An dem festgestellten Sachverhalt der fahrlässigen Körperverletzung im Amt und der verhängten Strafe von neuen Monaten auf Bewährung plus Geldbuße habe sich nichts geändert.

Der Polizeibeamte muss sich nun noch einem internen Disziplinarverfahren stellen, das während der Strafverfolgung ruhte.