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Kopf der Bankomatensprenger weiter auf der Flucht

Unbekannte sprengen Geldautomaten und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung, die sich durch ganz Brandenburg zieht. Nun gibt es erste Erfolge der Ermittlergruppe. Sie vermutet ganze Tätergruppierungen hinter den Anschlägen.
Unbekannte sprengen Geldautomaten und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung, die sich durch ganz Brandenburg zieht. Nun gibt es erste Erfolge der Ermittlergruppe. Sie vermutet ganze Tätergruppierungen hinter den Anschlägen. FOTO: Mirko Sattler
Cottbus/Potsdam. Nächtliche Explosionen, ausgeraubte Banken, verwüstete Filialen – Bankomatensprenger haben die Lausitz in den vergangenen Monaten immer wieder in Atem gehalten. Im März konnte die Polizei endlich eine Bande auffliegen lassen. Der Hauptverdächtige ist den Fahndern aber bisher entkommen. Bodo Baumert

Im März konnte die Polizei endlich einen Erfolg im Kampf gegen die Bankomatensprenger vermelden. In einer groß angelegten Razzia gingen 250 Polizisten aus Brandenburg und den Ländern Berlin, Hessen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen gegen eine Tätergruppe vor. Die fünf Verdächtigen sollen für 14 der jüngsten 37 Angriffe in Brandenburg verantwortlich sein. Zwei Männer wurden verhaftet, zwei sitzen bereits wegen anderer Vergehen im Knast. Nur der Kopf der Bande war den Ermittlern entwischt.

Heute, zwölf Wochen später, ist der Bankomatensprenger-Boss noch immer auf der Flucht. "Wir sind bei der Aufbereitung der sichergestellten Beweise aus dem Einsatz vom 14. März und noch auf der Suche nach unserem Haupttatverdächtigen aus dem Bereich Potsdam", bestätigt Polizeisprecherin Karina Schulter.

Aktuell verzeichnet die im vergangenen Jahr gebildete Soko "Fläming" acht Angriffe auf Geldautomaten in Brandenburg - und damit drei weniger als im Vorjahreszeitraum. Ein Angriff auf Geldausgabeautomaten blieb im Versuch stecken. Bei einer Sprengung wurde das Farbmarkierungssystem der Geldkassette ausgelöst und die Scheine damit für die Täter unbrauchbar. Bei sechs Angriffen konnten die Täter Geld erbeuten.

Zuletzt schlugen die Täter vor zwei Wochen in Strausberg (Märkisch-Oderland) und Frankfurt (Oder) zu.

Nach der Zunahme von Geldautomatensprengungen, insbesondere in Südbrandenburg, hat das Polizeipräsidium in Potsdam am 12. Oktober die besondere Aufbauorganisation "BAO Fläming" (umgangsprachlich auch Soko Fläming) gegründet. "Das zehnköpfige Ermittlerteam führt die
Ermittlungen gegen bandenmäßig organisierte Tätergruppen, welche professionell länderübergreifend agieren", so Karina Schulter.