Jetzt fehlt nur noch das parlamentarische Ja aus Berlin.

Ab 2018 sollen Autos und Züge über die Fehmarnbelt-Brücke rollen. Die Fahrzeit zwischen Kopenhagen und Hamburg verkürzt sich von vier auf drei Stunden. Bei der Debatte über das gigantische Projekt in Dänemarks Parlament störte sich nur die kleine linke Einheitsliste daran, dass ihr kleines Land die sehr hohen Baukosten von mindestens 4,4 Milliarden Euro nur für die Brücke allein übernimmt. Kopenhagen hatte die jahrelang höchst zögerliche Bundesregierung mit dem Versprechen zur Unterschrift gelockt, für den Brückenbau nichts, sondern nur für die Anbindung auf deutscher Seite zahlen zu müssen.

Kurz vor der Parlamentsabstimmung griff dann auch Verkehrsminister Lars Barfoed zu den Worten: „Dies ist ein historischer Schritt, denn wir binden nun den Norden und Dänemark an das europäische Festland an.“ Das gab Spott im Parlament, denn Dänemark ist schon seit der Fertigstellung der Querung über den Großen Belt 1998 und Skandinavien insgesamt seit Eröffnung der Öresund-Verbindung im Jahr 2000 fest mit dem Kontinent verbunden.

Genau diese Bauwerke haben Dänemark aber auch die nötige Zuversicht für ein drittes Mammut-Projekt verschafft. Das Verkehrsaufkommen mit entsprechenden Mauteinnahmen hat sich über die bestehenden Riesen-Brücken viel schneller nach oben entwickelt als erwartet. So werden die Kredite für die Verbindung über den Großen Belt schon nach 26 statt nach ursprünglich erwarteten 37 Jahren abbezahlt sein. Ähnlich ist es bei der Öresund-Querung.

Wesentlich weniger Gehör als bei den vorausgegangenen Projekten haben bisher die Proteste von Umweltschützern gegen die Fehmarnbelt-Verbindung gefunden. Sie befürchten durch die gewaltige Betonkonstruktion mit 280 Meter hohen Pfeilern in der Mitte größte Pro bleme für hier jedes Jahr entlang fliegende Kolonien mit 100 Millionen Vögeln. Die dänische Baugesellschaft Femern Bælt A/S will bis zum 2012 geplanten Baubeginn sorgsam alle Umweltbedenken sammeln. „Natürlich hat so ein Riesenbauwerk Auswirkungen auf die Umwelt. Aber wir haben am Großen Belt und Öresund viele wichtige Erfahrungen gesammelt und sind sehr zuversichtlich, dass wir sehr schonend bauen können“, sagt Geschäftsführer Peter Lundhus.

Zuversichtlich sieht auch Dänemarks Bauindustrie dem Projekt entgegen. Am Abend vor der Kopenhagener Parlamentsentscheidung verbreitete ein Sprecher der Handwerkerverbände damit schon Trost angesichts derzeit rapide steigender Arbeitslosenzahlen: Spätestens 2012 werde es wegen des Fehmarnbelt-Projektes wieder akuten Bau-Handwerkermangel im Königreich Dänemark geben.