Das Konzept der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) zur Einspülung von Eisenhydroxidschlamm in den Altdöberner See wird sich voraussichtlich bis zum Sommer verzögern. Das sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) am gestrigen Donnerstag im Potsdamer Landtag. Die dann erwarteten Ergebnisse seien aber noch keine endgültigen Entscheidungen.

"Es gibt kein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für die Anrainer am Altdöberner See", bedauerte der Grünen-Abgeordnete Benjamin Raschke das Festhalten des Bergbausanierers an den umstrittenen Plänen zur Verklappung des Ockerschlamms in den bislang klaren See. Sobald ein Konzept vorliege, müsse es in den zuständigen Ausschüssen debattiert werden.

Der Landtag beschloss am Donnerstag zudem einen Antrag der rot-roten Koalition, in dem die Landesregierung aufgefordert wurde, das LMBV-Sofortprogramm gegen die Verockerung der Spree als strategisches Gesamtkonzept fortzuschreiben. Nötig seien eine Verbesserung der Situation vor allem im Südbereich der Spree sowie die Ausarbeitung "realistisch erreichbarer Zielwerte für die Parameter Eisen und Sulfat", hieß es in dem Antrag. Zuvor hatten die Abgeordneten von CDU und Bündnis 90/Die Grünen einen Masterplan gegen die Spreeverockerung gefordert, der unter anderem mit Initiativen wie dem Aktionsbündnis "Klare Spree" abzustimmen gewesen sei. "Der Entschließungsantrag der Regierungskoalition folgt unserem Ansinnen nach einem zukunftsfähigen Gesamtkonzept", sagte der Lausitzer CDU-Abgeordnete Raik Nowka. "Insofern ist uns heute wenigstens ein kleiner Schritt auf dem langen Weg zu einer durchgängig klaren Spree gelungen." Der Kampf gegen die Verockerung sei aber noch lange nicht beendet und eine Generationenaufgabe. "Im Südraum ist die Spree biologisch tot."