Die Unterbringung ist keine Strafe, sondern ein besonderes Mittel, um massiven Entwicklungsstörungen zu begegnen und Erziehung möglich zu machen.

Die Jugendämter haben dann darüber zu wachen, wie es dem Minderjährigen in der Einrichtung geht, wie seine weitere Entwicklung verläuft. Dazu gehören Besuche vor Ort.

Rostock schickt seit einigen Jahren Kinder und Jugendliche in die "Haasenburg". "Wir können nur von einer guten und transparenten Zusammenarbeit berichten", sagt Bernhard Struve, Abteilungsleiter im Jugendamt der Stadt. Zurzeit seien vier Minderjährige aus der Hansestadt dort untergebracht. Ein Fünfter konnte vor wenigen Monaten aus der "Haasenburg" in seine Familie zurückkehren.

"Wir haben jetzt noch mal Gespräche mit allen vier Jugendlichen vor Ort geführt", sagt Struve. Es habe keinerlei Anlass für Beanstandungen gegeben.

Der Hamburger Sozialsenat erklärte ebenfalls am Dienstag, dass er Vorwürfe von Misshandlungen in der "Haasenburg" nicht bestätigen könne. 53 Vor-Ort-Besuche habe es seit Januar 2012 in der "Haasenburg" gegeben, wo seit einigen Jahren Hamburger Jugendliche leben. Ein Hamburger Junge, der mit zwei anderen vor einer Woche aus dem "Haasenburg"-Heim in Neuendorf weggelaufen war, sei inzwischen dorthin zurückgekehrt.

Zurück in Neuendorf ist auch ein mit ihm geflohener Junge, für den ein Jugendamt im Saarland zuständig ist. Der hatte zunächst bestritten, misshandelt worden zu sein.

Inzwischen hat er zwei "Haasenburg"-Erzieher belastet.