Eine Bürgerinitiative "Achtung Ostsee" hat sich formiert, um Ängsten vor möglichen Überflutungen Ausdruck zu verleihen. Die Bürgerinitiative arbeitet eng mit den Organisatoren des Bündnisses "Braune Spree" zusammen, auch hier gibt es Bedenken gegen die Ostseepläne. Die Befürchtung: Während der Flutung könnte Eisenocker freigesetzt und in die Spree gespült werden. Bisher vorliegende hydrologische Untersuchungen entkräften diese Ängste, abgeschlossen sind die Arbeiten dazu noch nicht.

Auch im benachbarten Seenland wird sorgfältig beobachtet, wie sich der künftige Ostsee entwickelt. Angst vor Konkurrenz? Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland: "Wir gehen davon aus, das der Ostsee künftig zum Seenland gehören wird. Er erzählt die gleiche Geschichte wie die Gewässer des Seenlandes." Die eigentliche Konkurrenz liege in den 2000 Seen des Landes Brandenburg. "Wir müssen unverwechselbar bleiben. Jeder See braucht seinen eigenen Charakter."

Beim Seenland sei das bis jetzt gut gelungen, auch wenn das angestrebte Ziel - 1,5 Millionen Übernachtungen bis zum Jahr, 2020, in weite Ferne gerückt ist. "Die Rutschungen haben uns aus der Bahn geworfen." Dennoch gebe es Erfolge, so Kathrin Winkler. "Die öffentliche Hand hat vorgelegt, die privaten Investoren legen nach." Noch nicht im großen Stil, aber kleine Pensionen und neue Ferienwohnungen würden angeboten. "Hier wird kräftig mit den Hufen gescharrt."