Innenminister Roland Wöller (CDU) will 2019 zum Jahr der Kriminalprävention in den Kommunen machen. „Sicherheit ist keine alleinige Aufgabe des Staates. Dort, wo alle Akteure vor Ort eng verzahnt zusammenarbeiten, entsteht ein deutliches Mehr an Sicherheit“, sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Leider gebe es derzeit nur in etwa zehn von 421 sächsischen Gemeinden sogenannte kriminalpräventive Räte. Dieses Potenzial gelte es nun stärker auszunutzen.

Zudem ermunterte der Minister die Kommunen, ihre Ordnungsdienste aufzustocken – so wie in Chemnitz, Dresden und Leipzig schon geschehen. Laut Wöller wollen acht sächsische Kommunen – Chemnitz, Freital, Görlitz, Leipzig, Pirna, Plauen, Wurzen und Zwickau – die Vorsorge in puncto Kriminalität gemeinsam voranbringen. Dazu werde am 6. Februar in Chemnitz ein Kongress mit allen Oberbürgermeistern und Landräten stattfinden. Man plane die Gründung einer „Allianz Sichere Sächsische Kommunen“. Kurz: ASSKomm: „Wir wollen überall kriminalpräventive Räte einrichten, wo sie noch nicht existieren.“

Gemeinsam mit der Polizei sollen die Präventionsgremien in den einzelnen Kommunen die Analyse der konkreten Sicherheitslage vornehmen und auf deren Basis eine Diskussion mit den Bürgern führen, sagte Wöller weiter: „Da geht es darum, wo es noch dunkle Ecken gibt in Städten, wo sich die Leute eine bessere Beleuchtung wünschen oder mehr Streifen der Polizei.“

Daraus solle dann ein Maßnahmenkatalog entstehen, der wie ein Baukastensystem funktioniert. Die konkreten Entscheidungen blieben allerdings den Kommunen vorbehalten. Das Land unterstütze sie aber mit Beratung und Fördermitteln. „Gemeinsame Prävention von Kommunen und Freistaat wirkt und schafft ein mehr an Sicherheit für die Menschen in Sachsen“, zeigte sich Wöller überzeugt.