Nach den schweren Krawallen von Linksextremisten in Hamburg hat die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) die Planung und Koordination der Einsätze scharf kritisiert. „Kaum Ruhezeiten, schlechte Kommunikation, konfuse Planung“ und „chaotische Zustände“, kommentierte der Berliner GdP-Vorstand Stephan Kelm, der in Hamburg dabei war, am Montag.

Die Polizisten hätten über Tage hinweg kaum Ruhezeiten gehabt, manche nur ein oder zwei Stunden schlafen können. „Die nicht zeitgemäße Funkabwicklung vor Ort erschwerte den Einsatz zusätzlich.“ Die 700 Berliner Polizisten hätten teilweise auf „analoge, veraltete und nicht zeitgemäße Technik“ zurückgreifen müssen.

Die GdP forderte ein „Bündnis gegen Linksextremismus“. „Man muss ganz klar sagen, dass die Politik es in Deutschland bisher nicht geschafft hat, sich klar gegen Linksextremismus zu stellen“, sagte ihr Sprecher Benjamin Jendro im RBB-Inforadio. Die Polizei könne den Kampf gegen linksextremistische und extremistische Gewalt nicht allein gewinnen. „Wir müssen das als Gesellschaft tun.“

Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte am Montag, die Polizisten seien an die Grenzen ihrer Belastung gegangen. „Ich habe deshalb entschieden, allen Beamten, die in Hamburg im Dienst waren, drei Tage Sonderurlaub zu gewähren.“

Nach Angaben des Berliner Senats wurden beim G20-Gipfel von den 700 nach Hamburg entsandten Polizisten 130 verletzt. Diese Zahl könnte laut Polizei aber noch steigen. Insgesamt erlitten mehr als 450 Beamte Verletzungen.