ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:34 Uhr

Konflikt Türkei-Kurden spitzt sich zu

Damaskus/Ankara. Die türkische Armee und ihre Verbündeten wollen nicht nur die Terrormiliz IS aus dem syrischen Grenzgebiet vertreiben, sondern dort auch die Kurden stoppen. Bei Luftangriffen sollen Dutzende Zivilisten getötet worden dpa/SvD

Im Rahmen der Offensive "Schutzschild Euphrat" dringen die Türkei und ihre Verbündeten zunehmend weiter nach Nordsyrien vor. Die kriegerischen Auseinandersetzungen mit kurdischen Kämpfern haben sich am Wochenende erheblich zugespitzt. Türkischen Sicherheitskreisen zufolge griff die Armee Stellungen der YPG mit Kampfflugzeugen und Artillerie an. Bei den Angriffen kam es offenbar zu Dutzenden Toten. 25 kurdische Kämpfer kamen ums Leben. Diese hätten zuvor das Feuer eröffnet.

Zudem wurden mindestens 35 Zivilisten in zwei Dörfern getötet, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete. Weitere 75 Zivilisten seien verletzt worden. Außerdem seien vier kurdische Kämpfer ums Leben gekommen. Beide Ortschaften habe die türkische Allianz eingenommen.

Wohl als Reaktion auf Berichte über getötete Zivilisten teilte das Militär am Sonntag mit, die türkischen Streitkräfte hätten "alle Vorkehrungen getroffen, um die in der Region lebende Zivilbevölkerung zu schützen".

Die Kurden kontrollieren bereits große Gebiete an der Grenze zur Türkei und haben dort eine Selbstverwaltung errichtet. Die türkische Regierung befürchtet Auswirkungen auf die kurdischen Autonomiebestrebungen im eigenen Land. Die Kurdenpartei PYD und die Miliz YPG sind eng mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden, die von der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird.

Inzwischen hat die syrische Armee nach vierjähriger Belagerung die Stadt Daraja wieder unter Kontrolle. Einwohner und Aufständische der einstigen Rebellenhochburg wurden evakuiert. Zivilisten seien zu Unterkünften im Westen der Hauptstadt Damaskus gebracht worden. Politik Seite 7