In diesem Jahr ist es vor allem ein Satz. Er stammt vom russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew und lautet: "Wir sind in die Zeiten eines neuen Kalten Krieges abgerutscht."

Die düstere Analyse von Medwedew, vorgetragen im Auftrag von Kremlchef Wladimir Putin, sorgte in München für viele Debatten. "Wir sind bestimmt nicht in einem Kalten Krieg", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite fand die Lagebeschreibung des russischen Ministerpräsidenten dagegen sogar verharmlosend. Mit Blick auf das militärische Vorpreschen Russlands in der Ukraine und in Syrien sagte sie: "Das ist alles andere als kalt - das ist jetzt schon heiß."

Der Wunsch von Konferenzchef Wolfgang Ischinger, dass von München ein Signal der Hoffnung und des neuen Vertrauens ausgehen sollte, blieb jedenfalls ein frommer. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht so schlecht. Unmittelbar vor der Konferenz einigten sich fast alle für die Lösung des Syrien-Konflikts wichtigen Akteure in einer Nachtsitzung auf ein Papier, das die Fortsetzung des noch jungen Friedensprozesses ermöglichen soll. Es sieht humanitäre Hilfe und eine Feuerpause innerhalb einer Woche vor.

Medwedew sprach in München davon, dass Vertrauen wiederhergestellt werden müsse. "Kann es wirklich sein, dass wir noch eine dritte weltweite Erschütterung brauchen, um zu verstehen, wie nötig jetzt die Zusammenarbeit ist und nicht die Konfrontation?", fragte er.

Das aktive Eingreifen russischer Streitkräfte in den Syrien-Konflikt hat dazu geführt, dass Russland wieder als unverzichtbarer Player auf dem internationalen Parkett wahrgenommen wird. Moskau kann sich mittlerweile erlauben die Hand entgegenstrecken, ohne Gefahr zu laufen, als Bittsteller angesehen zu werden. Noch 2014 verspottete US-Präsident Barack Obama das größte Land der Erde als "Regionalmacht". In München nennt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg Russland nun wieder eine "internationale Macht" - zum ersten Mal in einer großen Rede.

Wenn am Wochenende etwas die Syrien-Diplomatie vorangebracht haben sollte, dann waren es nicht die Redebeiträge in München, sondern ein Telefonat zwischen Washington und Moskau. Putin und US-Präsident Barack Obama stellten sich dabei hinter die Vereinbarung zur Feuerpause. Immerhin.