D er neue Ministerpräsident und sein Kabinett sollten am Dienstag ernannt werden, berichtete der staatliche Fernsehsender NET am Montagabend, ohne Angaben zu Personalien zu machen. Chef einer geplanten Interimsregierung soll offenbar der ehemalige Vizepräsident der Europä ischen Zentralbank (EZB), der parteilose Lucas Papademos, werden.

Das pleitebedrohte Griechenland kann Ende November mit acht Milliarden Euro frischen Notkrediten rechnen. Voraussetzung dafür sei, dass die neue Regierung sich zum Sparkurs bekennt und die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 27. Oktober umsetzt, erklärte der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, in Brüssel.

Neben Griechenland steht auch Euro-Sorgenkind Italien womöglich kurz vor einem Regierungswechsel. Ministerpräsident Silvio Berlusconi wies Gerüchte über einen Rücktritt am gestrigen Montag allerdings erneut zurück.

Berlusconi muss sich am heutigen Dienstag einer weiteren Abstimmung in der römischen Abgeordnetenkammer stellen, die Mehrheit des Mitte-Rechts-Lagers gilt dabei nicht mehr als sicher. Er werde anschließend sofort ein Vertrauensvotum über die Brüssel versprochenen Reformen ansetzen, zitieren italienische Medien den 75-jährigen Regierungschef. Berlusconi erklärte unter anderem über das soziale Netzwerk Facebook, Spekulationen über seinen Rückzug seien ohne Fundament .

Frankreichs konservative Regierung will mit einem neuen Sparpaket versuchen, seine Top-Bonität am Kapitalmarkt zu sichern. Premierminister François Fillon kündigte ein Bündel von Maßnahmen an, um trotz eines schwächeren Wirtschaftswachstums im Jahr 2016 wieder einen ausgeglichenen Etat zu erreichen. Auch die Gehälter von Präsident Nicolas Sarkozy und seiner Minister würden eingefroren. Eine Herabstufung Frankreichs könnte auch negative Auswirkungen auf die Bonität des Rettungsfonds für Euro-Krisenländer haben.