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| 01:31 Uhr

Komorowski nach erster Runde der polnischen Präsidentenwahl vorn

Umworbener Königsmacher: Grzegorz Napieralski. Foto: dpa
Umworbener Königsmacher: Grzegorz Napieralski. Foto: dpa FOTO: dpa
Warschau. Der neue polnische Staatschef wird in einer Stichwahl zwischen Jaroslaw Kaczynski und dem Übergangspräsidenten Bronislaw Komorowski bestimmt. Im ersten Durchgang der Abstimmung, die wegen des tragischen Unfalltodes von Staatschef Lech Kaczynski vorgezogen werden musste, erhielt am Sonntag kein Kandidat die absolute Mehrheit. AFP/roe

In die Rolle des Königsmachers kam der Drittplatzierte, der Sozialdemokrat Grzegorz Napieralski.

Zwar konnte der Kandidat der rechtsliberalen Regierungspartei Bürgerplattform, Komorowski, die erste Runde für sich entscheiden. Er verfehlte nach Angaben der Wahlkommission vom Montag jedoch die absolute Mehrheit. Nach Auszählung von 94,3 Prozent der Stimmen kam der 58-Jährige auf 41,22 Prozent, sein nationalkonservativer Widersacher Jaroslaw Kaczynski erreichte 36,74 Prozent. Einen Überraschungserfolg erzielte der Kandidat der Linken, Napieralski. Er konnte laut Wahlkommission 13,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Alle anderen Kandidaten scheiterten demnach an der Drei-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 55 Prozent.

E ntscheidend für die Stichwahl am 4. Juli ist, für welches Lager sich Napieralski ausspricht. Der 36-Jährige wollte an seine Anhänger zunächst noch keine Wahlempfehlung ausgeben. “Wenn ich jemandem meine Unterstützung geben muss, dann nur im Interesse der Werte im zukünftigen Polen„, sagte er. Napieralski könnte seine Entscheidung an für beide Lager schwer erfüllbare Forderungen knüpfen, zum Beispiel die finanzielle Förderung des Staates für künstliche Befruchtungen und die Verabschiedung der Europäischen Grundrechte-Charta .

B ereits nach der Veröffentlichung der Prognosen hatten Komorowski und Kaczynski ihm zu seinem Erfolg gratuliert und begannen indirekt, um seine Unterstützung zu werben. “Ich hoffe, dass dieses Ergebnis der polnischen Linken, die auf der politischen Bühne Polens unverzichtbar ist, bessere Zeiten bringt„, sagte Komorowski. Ein Sprecher Kaczynskis sagte im Rundfunk, dass es zwischen dem Programm der Konservativen und der Sozialdemokraten viele “gemei nsame Elemente„ gebe.