Die Brandenburger Landesregierung und die Kommunen fordern für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge deutlich mehr Geld von der Bundesregierung. "Die vom Bund zur Verfügung gestellte zusätzliche Flüchtlingshilfe ist ein erster Schritt, aber das reicht bei weitem nicht aus", sagte der Potsdamer Oberbürgermeister und Präsident des Städte- Gemeindebundes, Jann Jakobs (SPD), am Montag nach dem "Asylgipfel" der Landesregierung in Potsdam.

"Die Lage ist dramatisch." Die Aufnahme der Flüchtlinge ist eine gesamtgesellschaftlich Aufgabe, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): "Daher steht auch die Bundesregierung weiter in der Verantwortung."

Die Kommunen sollen weitere 22,5 Millionen Euro erhalten und frei dort einsetzen können, wo es am dringendsten gebraucht wird. Mit weiteren 7,5 Millionen Euro will das Land unter anderem die ärztliche Versorgung in der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt ausbauen .

Die Landesregierung sagte den versammelten Landräten und Oberbürgermeistern weitere Erleichterungen zu. Für die Steuerung der Hilfen und die Errichtung neuer Unterkünfte wird eine Koordinierungsstelle in einem Ministerium eingerichtet. Außerdem sollten künftig Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten bis zu ihrer Rückkehr möglichst in der Erstaufnahme bleiben und nicht auf die Kommunen verteilt werden, sagte Woidke. Mehr Geld werde für Sprachunterricht zur Verfügung gestellt. "Ob in Kitas, Schulen oder Erwachsenenkursen - Land und Kommunen werden die Anstrengungen verstärken, um die Sprachbarrieren möglichst schnell abzubauen."

Vor der Konferenz hatten Landräte gefordert, dass die gesamten 30 Millionen Euro aus der Bundeshilfe an die Kommunen fließen sollen. Damit konnten sie sich nicht durchsetzen. Finanzminister Christian Görke (Linke) verwies darauf, dass das Land im vergangenen Jahr 55,7 Millionen Euro an die Kommunen für die Versorgung der Flüchtlinge gezahlt habe. "Je nach Zahl der ankommenden Asylbewerber kann dies in den kommenden Jahren ein dreistelliger Millionenbetrag werden." Zudem müsse das Land für mehr Kapazitäten bei der Erstaufnahme sorgen. Daher sei nun der Bund gefordert .

Der Vorsitzende des Landkreistages, Wolfgang Blasig (SPD), betonte, die Städte und Kreise hätten schon eine riesige Herausforderung gemeistert, um die Menschen menschenwürdig unterzubringen. Dies sei aber nur noch in Gemeinschaftsunterkünften zu bewerkstelligen. "Die Frage von Wohnungen stellt sich nicht mehr", sagte Blasig. Oberstes Ziel sei, die Unterbringung in Turnhallen oder gar Notzelten zu vermeiden. Vor allem die Integration der Neuankömmlinge ist Thema eines zweiten "Asylgipfels" am 27. Februar in der Staatskanzlei.