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Kommunen suchen noch Wahlhelfer für die Bundestagswahl

Überwachen und auszählen: Es werden noch Wahlhelfer gesucht.
Überwachen und auszählen: Es werden noch Wahlhelfer gesucht. FOTO: dpa
Potsdam/Dresden. Die Stimmabgabe überwachen und anschließend Ergebnisse zählen – nicht überall haben sich bislang genügend Freiwillige gemeldet. dpa/roe

Gut zwei Monate vor der Bundestagswahl sind viele Kommunen in Brandenburg und Sachsen noch auf der Suche nach Wahlhelfern. Landesweit werden in Brandenburg am 24. September rund 28 000 Wahlhelfer für die etwa 200 Wahllokale benötigt, wie das Innenministerium mitteilte. In Brandenburg sind rund zwei Millionen Menschen wahlberechtigt. Die Stimmabgabe muss überwacht werden, anschließend sind die Stimmen zu zählen.

In der Fontanestadt Neuruppin sind die Freiwilligen beinahe schon alle gefunden. "Von den insgesamt 38 Wahlbezirken sind 28 komplett besetzt, in den übrigen fehlen ein bis zwei Personen, die durch die benannten Wahlvorsteher noch gemeldet werden beziehungsweise durch verfügbare Personen von der Verwaltung noch benannt werden können", sagte Sprecherin Michaela Ott. Der besondere Trick? Bei jeder Wahl werde ein persönliches Telefonat mit den Wahlhelfern der vergangenen Wahl geführt, die Stadt bedanke sich nochmal und frage, ob erneut die Bereitschaft besteht. "Das Feedback zeigt, dass dies gut bei den Bürgern ankommt."

In Oranienburg wurden die benötigten 299 Wahlhelfer alle bereits gefunden, wie Sprecherin Susanne Zamecki mitteilte. Hier lockt die Stadt mit höher als gesetzlich vorgesehenen "Erfrischungsgeldern". 50 Euro bekommen Wahlvorsteher und Stellvertreter, 35 Euro die Beisitzer. Zudem wurde Bürokratie abgebaut: Das Erfrischungsgeld wird zum Beispiel einfach überwiesen.

In Prenzlau ist der Zuspruch von Bürgern dagegen spärlich, hieß es aus dem Bürgermeisterbüro. Daher will man nun in den Behörden selbst mobilisieren, um die 180 Jobs zu besetzen. "Derzeit wird in der Verwaltung selbst nachgefragt, wer sich freiwillig als Wahlhelfer zur Verfügung stellt." Mitarbeiter der Stadt erhalten dann für ihre ehrenamtliche Tätigkeit einen Tag Dienstbefreiung.

Bernau setzt bei der Werbung um Helfer unter anderem auf kleine Köstlichkeiten. "Im Wahllokal werden die Helfer mit frischem Obst, Gebäck und Getränken versorgt", sagte Sprecherin Cornelia Fülling. Insgesamt benötigt Bernau 238 Wahlhelfer - bisher haben sich 145 gemeldet.

In Brandenburg an der Havel hieß es: "Es gibt keine besonderen Anreize oder Werbeaktionen bei der Wahlhelfergewinnung, jedoch wurde mit der Wahlhelfergewinnung sehr frühzeitig begonnen", erklärte Sprecherin Angelika Jurchen. Immerhin 408 von 525 Wahlhelfern wurden bereits gefunden.

In Frankfurt (Oder) werden 540 Wahlhelfer benötigt - 279 wurden bislang gefunden. "Jede helfende Person erhält ein ,Erfrischungsgeld‘ in Höhe von 25 Euro, Wahlvorsteher 35 Euro", verspricht die Stadt.

Besser sieht es in Schwedt/Oder aus. Dort haben sich 194 Freiwillige gemeldet - 204 werden benötigt. "Wir gehen davon aus, dass alle Wahllokale besetzt werden können", hieß es aus dem Rathaus.

Auch in sächsischen Kommunen wird noch um Wahlhelfer geworben. Wie viele Wahlhelfer landesweit genau benötigt werden, konnte der Landeswahlleiter nicht beziffern. Zum einen sei die Suche Sache der Kommunen, zum anderen sei die Größe der Wahlvorstände nicht überall gleich, erklärte Thomas Wolf.

In Dresden werden noch mehr als 1000 Freiwillige für den 24. September gesucht, teilte die Stadtverwaltung mit. Es werden 3300 Wahlhelfer für 361 Wahllokale benötigt. Interessenten sollten sich zeitnah melden, da es mit fortschreitender Zeit schwieriger werde, bestimmte Einsatzwünsche zu berücksichtigen.

In Leipzig werden 3275 Helfer für 336 Lokale und 80 Briefwahlbezirke benötigt. Zugesagt hätten bislang 2950 Ehrenamtler. Als Nächstes würden gezielt ehemalige Wahlhelfer angesprochen, die sich noch nicht zurückgemeldet haben, ob sie sich nicht auch dieses Jahr beteiligen wollten, erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung.

In Chemnitz haben sich schon jetzt mehr als die 1900 benötigten Helfer gemeldet, teilte die Stadt mit. Auch in Görlitz seien die Wahlvorstände schon fast vollständig besetzt. Neben 80 Bürgern werden rund 280 städtische Mitarbeiter die Wahl absichern. Es fänden sich bei jeder Wahl Bürger als Helfer, teilte die Stadt Eilenburg mit. Allerdings sei die Zahl der Ehrenamtlichen nicht ausreichend, um die Wahllokale zu besetzen. Deswegen werde auch in Behörden nach Wahlhelfern gesucht. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Ehrenamtler ein sogenanntes Erfrischungsgeld in Höhe von 25 Euro. Der Wahlvorsteher bekommt 35 Euro. Nach Angaben des Bundeswahlleiters stocken einige Kommunen den Betrag in Eigenregie noch etwas auf.

Wahlhelfer kann jeder sein, der am Wahltag 18 Jahre ist und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Zudem darf er selbst nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sein.