"Wir wissen nicht, wie wir das Jahr überstehen", sagt der Leiter der Kultur GmbH, Gerd-Ullrich Herrmann. Er kämpfe mit gestiegenen Personalkosten und versuche, zumindest den Kulturbetrieb im Schloss aufrecht zu erhalten. Auch andere Städte und Gemeinden müssen aufgrund knapper Kassen auf eine großzügige Blütenpracht verzichten. Zu einem drastischen Mittel griff die Stadt Frankfurt (Oder) bereits 2009: Sie sperrte den Lienaupark, da sie sich die 70 000 Euro teure Sicherung des Geländes nicht leisten kann. An anderen Stellen finden sich Lösungen: Das Grünflächenamt gibt jährlich einen Kalender heraus. Der Erlös von rund 2000 Euro fließt laut Sprecher Sven Henrik Häsekerden Kauf von Stauden. Angespannt ist die Haushaltslage auch in Forst (Spree-Neiße). "Trotzdem wird jährlich Geld freigehalten, um Farbe ins Stadtbild zu bringen", sagt Betriebsamtsleiter Roland Obst. Zunehmend werde auf eine kostensparende Dauerbepflanzung gesetzt, aber auch Stiefmütterchen oder Primeln dürften nicht fehlen. Im Rosengarten setze die Stadt bereits jetzt mit Frühlingsblumen Blickpunkte. Riesige Flächenbepflanzungen wie noch vor einigen Jahren gebe es aber nicht mehr.Dass bei der Bepflanzung gespart werden müsse, sei bedauerlich, da auch für den Tourismus nicht förderlich, erklärt der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher. Neben Tariferhöhungen und Einnahmerückgängen bei Steuern und Umlagen hätten die Kommunen habe auch der teure Winterdienst und die Reparatur defekter Straßen zusätzliche Kosten verursacht. Gekürzt werden müsse stellenweise auch in Rathenow (Havelland), einem Standort der Bundesgartenschau 2015, erklärt Sprecher Jörg Zietemann. Die Qualität der Grünflächen leide aber nicht darunter. Prenzlau (Uckermark), Standort der Landesgartenschau 2013, gibt jährlich rund 32 000 Euro für Blumen aus. "Da die Grünflächengestaltung prägend für das Stadtbild ist, werden dafür kontinuierlich Mittel im Haushalt eingeplant", sagt Hochbau-Amtsleiterin Kerstin Oyczysk. dpa/wor