Die Kosten der Sozialausgaben von Kommunen haben sich in den vergangenen Jahren laut Studie verdoppelt. Die insgesamt bundesweit 2014 dafür ausgegebenen 78 Milliarden Euro belasteten die kommunalen Kassen jedoch unterschiedlich. Wirtschaftsschwache Städte und Landkreise mit hoher Langzeitarbeitslosigkeit hätten kaum noch finanziellen Handlungsspielraum.

Deshalb schlagen die Autoren der Studie vor, zusätzliche fünf Milliarden Euro jährlich, die der Bund ab 2018 den Kommunen zugesagt hat, in die Wohnkosten für Hartz-IV-Empfänger fließen zu lassen. Der Bundesanteil an diesen Kosten könnte sich dadurch von einem auf rund zwei Drittel erhöhen. "Das Geld kommt dann bei den Richtigen an", so René Geißler, Finanzexperte der Bertelsmann-Stiftung. Denn die Hartz-IV-Wohnkosten seien bundesweit einheitlich geregelt und von den Kommunen nicht zu beeinflussen.

In der Region trifft der Vorschlag auf Zustimmung. "Mit der Übernahme eines Teils dieser Wohnkosten durch den Bund würde sich die Haushaltslage der Städte endlich verbessern", so der Cottbuser OB Holger Kelch (CDU). Das sei überfällig. Auch der Elbe-Elster-Kreis würde eine solche Entlastung begrüßen. In Cottbus machen Wohnkosten für Hartz-IV-Empfänger 48 Prozent aller kommunalen Sozialleistungen aus, in Elbe-Elster sind es 42 Prozent.

Wie unterschiedlich die Belastung verteilt ist, zeigt auch eine Berechnung pro Einwohner der Länder im Jahr 2012. Brandenburg und Sachsen liegen da mit 212 und 196 Euro weit vorn, Bayern und Baden-Württemberg dagegen mit 77 beziehungsweise 90 Euro am Ende der Tabelle.