Und man freut sich über die Grußworte. Denn schließlich ist es eines der Kennzeichen von Neujahrsempfängen, dass sie so wunderbar positiv ausfallen. Alles ist prima, super, spitze – eigentlich müsste man in diesem Jahr gar nicht mehr weiterarbeiten. Und weil es so schön ist, erträgt man es natürlich auch spielend, wenn die Rede zehn Minuten länger dauert als geplant. Darauf einen Prosecco oder gut brandenburgisch: ein Rotkäppchen. Erst im März oder April, wenn allmählich der Plastikboden der Streudose der Plattitüden, Superlative und hohlen Floskeln der Redenschreiber zu sehen ist, wird es besser. Aber nur für kurze Zeit. Denn kaum ist das Osterfest vorbei, stehen ja schon die ersten Sommerfeste grußwortfröhlich vor der Tür.