Was tut die Regierung?

Es wurde Smogalarm gegeben. Die Menschen wurden aufgefordert, drinnen zu bleiben. Sportliche Freiluftaktivitäten der Schulen gestoppt. Das Warnsystem ist zu begrüßen - besonders nach der Weigerung der Pekinger Stadtregierung im vergangenen Jahr, die Luftverschmutzung überhaupt zuzugeben. Auch wurden Fahrverbote für einige Dienstwagen und ein Produktionsstopp in einigen schwer verschmutzenden Industrien erlassen. Das alles hat unsere Zustimmung verdient. Aber die Luftverschmutzung kommt aus der ganzen Region. Wenn nur Peking allein etwas tut, kann es keine spürbaren Ergebnisse bringen. Und die Maßnahmen sind auch nur vorübergehend.

Inwiefern wird Peking von umliegenden Städten belastet?
Im vergangenen Jahr wurden "Blaue-Himmel-Vorschriften" in Peking und ein Plan zum Kampf gegen die Luftverschmutzung verabschiedet. Andere Städte erließen auch so etwas, haben aber keine Pläne für die Umsetzung oder sagen nicht, wann bestimmte Ziele erreicht werden sollen. Das Problem in Peking ist auch, dass 2030 als Ziel gesetzt wird, die nationalen Standards für die Luftqualität zu erreichen.

Wie entwickelt sich der Kohlekonsum?
Peking will seinen Kohleverbrauch in den nächsten fünf Jahren halbieren, aber die Provinzen Hebei und die Metropole Tianjin erhöhen den Konsum noch. Das wird ein großes Problem, wenn die Luftqualität in der ganzen Region verbessert werden soll. Die Luftverschmutzung seit vergangener Woche ist nicht auf die Hauptstadt begrenzt, sondern regional.

Was sollte noch getan werden?
Am wichtigsten wäre, den Kohleverbrauch zu verringern. Die Luftverschmutzung ist im ganzen Osten des Landes sehr ernst. Die Umwelt kann nicht noch mehr Verschmutzung aushalten.

Mit Zhou Rong

sprach Andreas Landwehr, dpa