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| 17:59 Uhr

Kohlebahn am Dienstag kurz entgleist

Cottbus. Der Energiekonzern Vattenfall erhebt schwere Vorwürfe gegen Teilnehmer der Pfingstproteste gegen den Lausitzer Braunkohlebergbau. Hinterlassene Manipulationen an Gleisen hätten akut Menschenleben gefährdet. sim

Nach Angaben von Vattenfall haben Teilnehmer der Anti-Kohle-Proteste in der Lausitz an den Kohlebahngleisen gefährliche Steckschuhe hinterlassen, um Entgleisungen herbeizuführen. Nur aufgrund geringer Geschwindigkeit habe sich die Lok eines Kohlezuges am Dienstagmorgen noch auf den Schienen halten können, als sie auf so ein Hindernis fuhr.

Eine weitere derartige Gleismanipulation habe sich vor dem Kohlebunker des Kraftwerkes Schwarze Pumpe an der Brücke der Kohlebahn über die B97 befunden. Eine Entgleisung hätte hier den Absturz des Zuges auf die Bundesstraße zur Folge haben können, teilte der Energiekonzern mit.

Ebenso seien Signalanlagen manipuliert und eine Bombenattrappe im Gleisbett versteckt worden. Nur dank erhöhter Aufmerksamkeit konnte ein Zugzusammenstoß wegen der Veränderungen an Signalen verhindert werden.

Die große Mehrheit der Aktivisten habe es auf Eskalation und die Gefährdung von Menschen angelegt, sagte Vattenfall-Chef Hartmuth Zeiß: "Wer nach den Ereignissen an diesem Wochenende das Klimacamp und ,Ende Gelände' noch immer unterstützt, stellt sich bewusst an die Seite von Straftätern."

Nach Angaben von Vattenfall wurden an der Kohleverladung am Tagebau Welzow-Süd durch die Besetzer Kabel der Leittechnik gelöst und ausgeklemmt sowie Feuerlöscher entleert. Teile der Anlage seien mit Stroh verstopft worden, was ohne Entfernung bei Inbetriebnahme akute Brandgefahr bedeutet hätte.

Die Polizei hat inzwischen gegen mehr als 300 Teilnehmer der Aktionen Ermittlungsverfahren wegen verschiedener Delikte eingeleitet, darunter schwerer Landfriedensbruch und Eingriff in den Bahnverkehr.