Mit einem Doppelschlag zum 2:0-Erfolg gegen Kayserispor und dem ersten Saison-Heimsieg schafften die Bursaspor-Profis die perfekte sportliche Vorlage für Daums heutigen 60. Geburtstag.

Vor 13 Jahren war es eine freiwillig abgegebene Haarprobe, nach der Daums bemerkenswerte Karriere völlig aus den Fugen geriet. Mittels einer Analyse wurde ihm der Konsum von Kokain nachgewiesen, am 20. Oktober 2000 wurde Daum als Bayer-Trainer fristlos entlassen. Auch sein angestrebtes Engagement als deutscher Bundestrainer hatte sich damit erledigt. Der bereits unterschriebene Vertrag wurde gelöst.

1953 im Erzgebirge geboren und ab seinem dritten Lebensjahr als Halbwaise im Duisburger Norden aufgewachsen, musste Daum schon früh Durchsetzungsvermögen entwickeln. Es sei bereits eine Herausforderung gewesen, heil vom Bierholen nach Hause zu kommen, weil die Straße von Kinderbanden belagert war. "Entweder du hast den Jungs Wegzoll bezahlt, oder es gab einen Tritt und die Bierpullen waren kaputt", erinnerte sich Daum an seine Jugend. Beruflich konnte sich Daum von seinem Koks-Skandal allerdings niemals wirklich erholen.

Den VfB Stuttgart hatte er 1992 zur deutschen Meisterschaft geführt, mit Bayer Leverkusen erreichte er drei zweite Plätze und war Stammgast in der Königsklasse des europäischen Fußballs. Nach seinem Rausschmiss und der Flucht nach Florida gehörten neben den Engagements in der Türkei auch Austria Wien und der FC Brügge zu seinen Stationen. Der Zweitligist 1. FC Köln holte seinen Wunschtrainer 2006 zurück nach Deutschland. Ihm gelang mit seinem Leib- und Magenclub zwar 2008 das Bundesliga-Comeback, ein Jahr später wechselte er aber auch aus finanziellen Gründen nach Istanbul.

Eine Rückkehr in die Bundesliga, in der er zuletzt 2011 den Abstieg von Eintracht Frankfurt nicht verhindern konnte, sei für ihn reizvoll. Auf Angebote wartete er im vergangenen Sommer allerdings vergeblich.