Weite Teile Königs Wusterhausens hatten sich für den Brandenburg-Tag in eine große Festmeile mit rund 300 Ausstellern verwandelt. Die Regionen der Mark präsentierten ihre touristischen Angebote. So lud der Landkreis Barnim zum Besuch der zahlreichen Technikdenkmäler in dem Landstrich östlich von Berlin ein, die Stadt Frankfurt (Oder) warb für einen Besuch der historischen Marienkirche mit der als einzigartig geltenden gläsernen „Bilderbibel“ .
Am Stand der Stadt Cottbus konnten sich pflastermüde Flaneure bei einer Kopf- und Gesichtsmassage entspannen. Auch polnische Nachbarregionen waren auf dem Fest vertreten. Die Landesregierung hob in ihren Zelten märkische Weltoffenheit hervor. So war ein Schwerpunkt der Kabinettspräsentation das zehnjährige Bestehen des Handlungskonzepts „Tolerantes Brandenburg“ . Neben Ministerpräsident Platzeck besuchten so gut wie alle Kabinettsmitglieder das Fest.

Ausbildungsmarkt beim Schloss
Brandenburger Unternehmen und Institutionen stellten sich bei einem Ausbildungsmarkt in der Gerichtsstraße unweit des Schlosses vor. Die Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel) informierte Jugendliche über Möglichkeiten im Polizeidienst. Eine „Mischung aus Volksfest und Leistungsschau“ hatte Regierungschef Platzeck angekündigt. Mehr als 180 000 Menschen wollten sich nach Angaben der Organisatoren an beiden Tagen davon überzeugen.
Durch rekordverdächtige Leistungen wollte mancher Aussteller von sich reden machen. Mit vereinten Kräften haben Fleischer der Region 333 Meter Knacker vorbereitet. Frisch aus dem Rauch wurden die Würstchen gestern auf dem Festgelände für einen guten Zweck verkauft und gleich verkostet. Bäcker aus dem Spreewald hatten einen für die Region typischen Kahn mitgebracht. Statt aus Holz bestand das Wasserfahrzeug allerdings aus Salzteig.

Pokal der Bürgermeister und Landräte
Ein Novum war auch der wassersportliche Teil des Brandenburg-Tages: 46 Frauen und Männer traten zum Kampf um den Pokal der Bürgermeister und Landräte an, darunter König Wusterhausens Bürgermeister Stefan Ludwig (Linke) und Finanzminister Rainer Speer (SPD). Den Sieg trug aber eine Mannschaft aus Tschechien davon. Höhepunkt war der gestrige Festumzug, als mehr als 1200 Teilnehmer in farbenprächtigen Kostümen und mit bunt geschmückten Fahrzeugen durch die Innenstadt zogen. In einer barocken Kutsche saß sogar das preußische Königspaar Friedrich Wilhelm I. mit Gemahlin Sophie Dorothea – dargestellt von den Schauspielern Herbert Köfer und Ursula Karusseit.