Dieses Sakrament eigne sich nicht "zur Demonstration von Ungehorsam oder Aufsässigkeit und darum sollte man es nicht für kirchenpolitische Zwecke funktionalisieren", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, am Wochenende. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, erklärte: "So lange sich die beiden Kirchen in einigen Grundüberzeugungen widersprechen, wäre eine Einheit am Tisch des Herrn unwahrhaftig." Es gebe "noch immer Grenzen, die wir aus guten Gründen noch nicht überschreiten können".
Parallel zum Ökumenischen Kirchentag, zu dem rund 190 000 Dauerteilnehmer von Mittwoch bis Sonntag nach Berlin kommen, wollen Reformgruppen eine evangelische Abendmahls- und eine katholische Eucharistiefeier ohne konfessionelle Beschränkungen anbieten.
Kock und Lehmann setzen trotz der Abendmahlsproblematik große Hoffnungen auf den Kirchentag. "Was wir brauchen, ist ein neuer missionarischer Aufbruch", sagte Lehmann. Der Kirchentag könne eine Ermutigung für die Christen werden, aber auch in die Gesellschaft hineinwirken. "Wir wissen alle, dass Reformen dringend notwendig sind. Sie fordern von jedem Solidarität und mehr Eigenverantwortung. (dpa/uf)