Die CDU fordert einen Runden Tisch, um die aufgebrochenen Konflikte zu klären. Die versöhnlichen Töne insbesondere in Richtung der von kirchlichen Bildungswerken betriebenen Schulen sind offenbar eine Reaktion auf die harte Kritik des evangelischen Landesbischofs Markus Dröge. Er hatte erneut davon gesprochen, dass die Kürzungen für einige der Schulen existenzbedrohend werden könnten.

Die Vorsitzende der Fraktion der Linkspartei, Kerstin Kaiser, sagte jetzt, sie könne sich auch vorstellen, dass in Zukunft unter bestimmten Bedingungen nichtstaatliche Bildungseinrichtungen die Verantwortung für eine ausreichende Schulversorgung tragen. Sie müssten dann aber bereit sein, sich in die Schulentwicklungsplanung einzubringen. Möglicherweise seien freie Träger auch besser in der Lage, "problematische Entwicklungen zu kompensieren".

Auch der SPD -Fraktionsvorsitzende Ralf Holzschuher betonte, wie wichtig für die Sozialdemokraten eine gute Zusammenarbeit mit den nichtstaatlichen Schulträgern sei. "Wir brauchen diese Schulen und werden uns da für alle Vorschläge aufgeschlossen zeigen", sagte Holzschuher zu dem Angebot, für bestimmte Teile des Landes die Schulversorgung zu garantieren. Grundsätzlich seien allerdings Freie Schulen "eine Ergänzung" der vom Staat zu organisierenden Bildungslandschaft. Falls die Kürzungen tatsächlich für die jetzigen Schulen existenzgefährdend würden, "sind wir bereit auch gegenzusteuern", sagte Holzschuher .

Kaiser begründete die geplante Streichung von Zuschüssen vor allem damit, dass die staatlichen Einrichtungen lange Zeit vernachlässigt worden seien. Deswegen hätten "die öffentlichen Einrichtungen jetzt zunächst Priorität". Ihre Fraktion sei allerdings bereit, "das eine oder andere zu überdenken", sagte Kaiser noch.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Linke-Fraktion, Christian Görke, sagte, weder die Proteste noch seine eigenen, sehr positiven Eindrücke von einem freien Gymnasium in seinem Wahlkreis hätten ihn veranlasst, die Kürzungsbeschlüsse in Gänze zurückzunehmen.

Die Koalitionsfraktionen hatten sich in den vergangenen Wochen darauf verständigt, die Förderung nicht um die von der Landesregierung zunächst vorgeschlagenen 4,8 Millionen Euro, sondern um 4,3 Millionen zu kürzen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Saskia Ludwig forderte wegen des Streits einen Runden Tisch zur Bildungslandschaft, der auch zuvor schon von Bischof Dröge ins Gespräch gebracht worden war.

Kaiser gab zu erkennen, dass sie dagegen grundsätzlich keine Einwände habe. Am Montag war in Berlin eine Studie vorgestellt worden, in der nachgewiesen werden soll, dass Freie Schulen in der Lage sind, die volle Versorgung insbesondere in den ländlichen Räumen des Landes zu garantieren.