Statt das 680-seitige Gesetzespaket quasi per Kopfnicken durchzuwinken, krachte es noch einmal zwischen mehreren Ministern. Vor allem Umwelt- und Agrarminister Stanislaw Tillich (CDU) soll schroff geworden sein. Die Runde ging dann ohne Ergebnis auseinander und vertagte sich auf kommenden Dienstag, um noch rechtzeitig dieses Jahr grünes Licht für das Mammutprojekt dieser Wahlperiode zu geben.
Woran genau die morgendliche Runde scheiterte, wurde diskret verschwiegen. Doch der zuständige Innenminister Albrecht Buttolo auf CDU-Seite und auch Wirtschaftsminister Thomas Jurk für die SPD mühten sich hinterher in Schadensbegrenzung.
"Mir war bewusst, dass es im Kabinett noch Gesprächsbedarf gibt und ich war nicht so blauäugig zu glauben, dass die Gesetzentwürfe einfach so von meinen Kabinettskollegen abgenickt werden", meinte Buttolo. Niemand aber wolle die Reform ernsthaft in Gefahr bringen. "Die Konflikte sind aber auszuräumen." Schon wenige Stunden später hatten sich Tillich und Buttolo dann ausgesprochen und die Sache bereinigt, ließen ihre Sprecher wissen.
Offen sind jedoch noch die Konflikte zwischen Jurk und Buttolo. Gestritten wird unter anderem um die Zuständigkeit für die Dienstaufsicht, den Personalübergang vom Land auf die Kommunen und deren finanzielle Absicherung sowie den Kündigungsschutz.