Eine wichtige Frage wollen beide Seiten erst nach Ostern klären: Die Verteilung der acht Ministerposten erweist sich als schwierig, weil die SPD als Juniorpartner die Hälfte der Posten fordert, was der CDU sauer aufstößt.

Minister in Magdeburg unklar
Hier gebe es noch Klärungsbedarf, sagten Regierungschef Wolfgang Böhmer (CDU) und sein SPD-Verhandlungspartner Jens Bullerjahn. Dennoch geht in Magdeburg keiner davon aus, dass das Bündnis noch scheitert. Programmatisch gibt es viel Konsens, zu den wenigen Differenzen etwa in der Bildungspolitik fanden beide Seiten relativ rasch Kompromisse. "Wir wollen das Land voranbringen", betonte der designierte Finanzminister und Vize-Regierungschef Bullerjahn, dessen Partei drittstärkste Kraft hinter der Linkspartei geworden war.
Vor dem neuen Zweckbündnis in Magdeburg steht viel Arbeit. Sachsen-Anhalt ist das Land mit der bundesweit zweithöchsten Arbeitslosigkeit, aktuell liegt sie bei 20,5 Prozent. Viele Menschen erwarten neue Ansätze zur Lösung dieses bedrückenden Problems, das wesentlicher Grund für die Abwanderung vor allem junger Menschen ist.
Eine weitere Last ist der Schuldenberg von fast 20 Milliarden Euro, den Sachsen-Anhalt angehäuft hat. Das kleine Land gehört damit zu den Ländern mit den meisten Verbindlichkeiten. Einen drastischen Sparkurs wollen CDU und SPD dem Land nun verordnen und 2011 erstmals einen Haushalt ohne neue Kredite vorlegen.

In Stuttgart wird verhandelt
Indes sind die Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg zwischen CDU und FDP auf gutem Weg und sollen nach Ostern fortgeführt werden. "Wir haben zwei Drittel der Wegstrecke hinter uns", sagte Ministerpräsident Gün ther Oettinger (CDU) gestern in Stuttgart. Beide Seiten sind sich unter anderem einig, dass Landesbeamte künftig erst mit 67 Jahren in den Ruhestand gehen können. Zudem wird eine Neuordnung des Länderfinanzausgleichs angestrebt.