Die Polizei sprach von 150 Teilnehmern. Die Versorgung der Patienten sei während des Ausstands gesichert gewesen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. In Dresden protestierten nach Gewerkschaftsangaben etwa 250 Ärzte des Uniklinikums während einer so genannten einstündigen aktiven Mittagspause. Mit den Aktionen wollten die Mediziner vor der neunten Tarifrunde am Freitag in Berlin Druck auf die Verhandlungspartner machen.

Forderungen am Gasballon
Die Leipziger Ärzte machten ihrem Unmut während des einstündigen Warnstreiks auf einer Kundgebung mit Trillerpfeifen und Transparenten Luft. Zudem ließen sie zahlreiche Ballons aufsteigen, an denen Karten mit ihren Forderungen hingen. In einem Protestzug zogen die Mediziner von der Mensa zum Operativen Zentrum des Klinikums.
Am Dresdner Klinikum verlangten die Mediziner zudem die Einführung einer elektronischen Arbeitszeiterfassung. Dieses System komme bislang lediglich etwa bei Pflegepersonal und Physiotherapeuten zur Anwendung, sagte die Assistenzarztsprecherin und Mitorganisatorin der Aktion, Anette Ditzen. Dagegen sei eine elek-tronische Erfassung der Arbeitszeit der Ärzte seitens der Klinikleitung "nicht erwünscht", kritisierte Ditzen: "Dann würde nämlich klar, wie viel wir tatsächlich arbeiten."

Verhandlungen stocken
Bundesweit fordern Krankenhausärzte eine leistungsgerechte Vergütung mit einer Gehaltssteigerung um 30 Prozent, die Bezahlung aller geleisteten Überstunden und eine eigene Gehaltsordnung. Zudem sollen Forschung und Lehre als Arbeitszeit anerkannt werden. In ganz Deutschland beteiligten sich gestern tausende Klinikärzte an Protestaktionen.
Die Verhandlungen zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder dauern seit Oktober 2005 an und sind ins Stocken geraten. Die Ärztegewerkschaft wirft den Arbeitgebern vor, in der Vergütungsfrage keine realistischen Vorschläge zu unterbreiten. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bezeichnete die Forderungen der Ärzte dagegen gestern als überzogen. (ddp/fxk)