Der Slogan "Für mich, für dich, fürs Klima" dürfte den Deutschen in den nächsten Monaten häufiger begegnen. Die Träger der Kampagne - darunter die Verbraucherzentralen und der Verkehrsclub Deutschland - bilden zusammen eine "Verbraucherallianz", die versuchen will, die Bürger mit Internetangeboten, Faltblättern, Anzeigen und Aktionen zu erreichen. Zunächst soll sich die Kampagne vor allem an die Verkehrsteilnehmer richten, sagte der Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, am Montag in Berlin. Ein Auto mit geringerem Verbrauch kaufen oder öfter mal das Fahrrad nehmen, darauf zielen die Appelle. Im Internet etwa soll es einen CO{-2}-Rechner geben, sodass jeder sehen kann, wo er zuviel CO{-2} produziert. Auch will man regional aktiv werden und sich zum Beispiel für Fahrradständer an den Bahnhöfen und eine Mitnahmemöglichkeit von Rädern im ICE einsetzen. Weiteres Ziel ist die klare Kennzeichnung des Verbrauches von Autos. Die Werte sollen überprüft werden, denn nicht selten wichen sie, so Billen, von den Herstellerangaben ab - um bis zu 33 Prozent. Laut Billen soll die Kampagne nicht nur das Umweltbewusstsein der Menschen ansprechen, sondern auch ihren Sinn für Sparsamkeit. Wer etwa ein Auto kaufe, das zwei Liter Benzin weniger pro 100 Kilometer verbrauche, könne sich seine Umweltprämie selbst verdoppeln. Gabriel ist schon vorausgegangen. Er fährt derzeit ein Hybrid-Testfahrzeug. Die Flotte seines Ministeriums werde konsequent auf einen Ausstoß unter 120 Gramm CO{-2} pro Kilometer umgestellt und schon vor 2012 diese EU-Vorgabe einhalten, sagte er. In der Realpolitik, außerhalb von Informationskampagnen, geht es deutlich langsamer zu. So räumte Gabriel ein, dass strengere Regelungen für den Verbrauch von Elektrogeräten derzeit in der EU-Kommission blockiert werden. Bei der anstehenden Verlängerung der Abwrackprämie will Gabriel keine ökologische Komponente einbauen. Die Regelung selbst sei per se umweltfreundlich, denn alte Fahrzeuge würden durch jüngere ersetzt, die fast immer einen niedrigeren Verbrauch hätten, betonte der Minister. Zudem würden die Altautos sicher verschrottet. Billen aber fand, dass die Regierung den 2500-Euro-Zuschuss für den Autokauf an den CO{-2}-Ausstoß des Neuwagens knüpfen solle. "Das wäre das bessere Signal gewesen."