Was auf den ersten Blick nach einer ganz normalen, wenn auch größer angelegten Vereinsversammlung ausschaut, hat globale Wirkung: Mittlerweile nämlich haben weltweit 53 000 Menschen ihr Geld bei Oikocredit angelegt. In Deutschland sind es nach Angaben von Geschäftsführer Matthias Lehnert rund 23 000, davon rund 1000 in Berlin und Brandenburg. Sie erhalten für ihr Kapital seit 1998 eine jährliche Dividende von rund zwei Prozent - während weltweit rund 28 Millionen Menschen von den 2,1 Milliarden Euro profitierten, die Oikocredit seit 1975 zur Verfügung stellen konnte.

"Bei uns auf den Philippinen geht das Geld vor allem an Menschen, denen keine Bank einen Kredit geben würde - etwa Menschen, die für ihren Lebensunterhalt ein Tuk-Tuk, eine Autorikscha, fahren", sagt Tes Pilapil, die Regionalleiterin für Südostasien von Oikocredit.

Unterstützt wurde auch eine Familie, die eine Firma zur Produktion von Hochzeitsvideos eröffnete: Die erste Kamera kauften sie mit einem Mikrokredit. Heute besuchen die Kinder der Familie die Universität. "Ohne den Mikrokredit aus Europa wäre das nicht gegangen", so Tes Pilapil.