Sie sieht vor, dass ab August 2016 pro fünf Kinder unter zwei Jahren ein Betreuer zur Verfügung steht. Derzeit sollen Kindertagesstätten für sechs unter Zweijährige jeweils einen Betreuer haben. Wie Bildungsminister Günter Baaske (SPD) sagte, werden dafür 2015 8,8 Millionen Euro und 2016 insgesamt 32,7 Millionen Euro bereitgestellt. Damit würden insgesamt rund 920 Stellen geschaffen. Ab 2016 soll dann auch der Personalschlüssel für ältere Kinder deutlich verbessert werden.

Vertreter von CDU und Grünen verwiesen in der Debatte aber darauf, dass es schon in der letzten Legislaturperiode des Landtags insgesamt sechs von Grünen, CDU und FDP unterstützte Anträge zur Veränderung des Betreuungsschlüssels in den Kitas gab. "Ich bin froh, dass die Eltern nun nicht länger warten mussten", sagte der CDU-Bildungspolitiker Gordon Hoffmann. Die Grünen-Politikerin Marie-Luise von Halem machte darauf aufmerksam, dass mehr Personal nicht automatisch auch mehr Qualität in den Kitas bedeute. Und die Abgeordnete von BVB/Freie Wähler, Iris Schülzke, begrüßte, dass durch das Gesetz auch Elternbeiräte auf Kreis- und Landesebene geschaffen werden sollen.

Bereits am Donnerstagabend hatte der Landtag auf Antrag der Freien Wähler über die aktuellen Kita-Streiks beraten. Dabei sprachen sich die Abgeordneten Christoph Schulze (BVB/Freie Wähler) und Hoffmann für eine bessere Bezahlung der Erzieher aus. Hoffmann, der selbst Erzieher ist, sagte: "Ich weiß, dass das nicht viel Geld ist, was da am Ende herauskommt." Ein wichtiges Thema sei es auch, über die Qualität der Ausbildung zu reden. Doch die Abgeordnete Simona Koss (SPD) machte deutlich, dass das Land nicht in die Bezahlung der Erzieher durch die Träger eingreifen könne. So kam es, wie es kommen musste: Während das Landtagsplenum dem Kita-Gesetz der Landesregierung mehrheitlich zustimmte, wurde der Antrag der Freien Wähler, der sich für eine "faire Bezahlung" der Erzieher ausgesprochen hatte, mehrheitlich abgelehnt.