Auch wenn die Branche unter der Krise der New Economy litt, prophezeien viele Experten dem Standort eine gute Zukunft und sehen ihn als Muster eines innovativen Standorts.
Jena verweist gern auf seine Geschichte, besonders auf die beiden Urväter seiner Wirtschaftstradition, Carl Zeiss und Ernst Abbé. Abbé entwickelte ein präzise Theorie zur Berechnung optischer Linsen, Zeiss erkannte das Potenzial und stellte Ferngläser, Mikroskope und Objektive mit bis dahin ungekannter Genauigkeit her.
Heute heißen die Firmen „Cy Bio“ , „3di“ oder „Aumeda“ und stellen vor allem High-Tech-Geräte für Medizin und Biotechnologie her. Lothar Späth, als Vorstandschef der Jenoptik AG zur Symbolfigur für wirtschaftlichen Erfolg in den neuen Ländern geworden, sieht den entscheidenden Vorteil der Stadt darin, dass in "Jena die Wissenschaft immer nach Wegen zur praktischen Verwertbarkeit" suche.
Dies liege vor allem an der geringen Größe der Stadt, meinen Experten. "Wir brauchen Punkte, wo sich die Forscher auch mit Leuten aus der Wirtschaft treffen können", sagt Volker Eichener vom Institut für Wohnungswesen. Seit Mitte der 90er-Jahre ist die Stadt eine von vier so genannten BioRegios, die vom Forschungsministerium in zweistelliger Millionenhöhe gefördert werden. (AFP/dö)