Klingenthal. Die Devise im Erzgebirge und im Vogtland in Sachen Wintertourismus lautet in diesem Jahr: Klasse statt Masse. Anstelle von Loipenrekorden und neuen Liftanlagen sollen die Besucher vor allem mehr Service geboten bekommen. „Wir gehen davon aus, dass sich am Umfang des Loipen- und Skiwandernetzes im Wesentlichen nichts mehr ändern wird. Wir arbeiten jetzt an der Qualität“, sagte der Leiter des Touristenbüros in Altenberg, Marcel Reuter.

Rund 80 Kilometer Loipe, sieben Schlepp- und einen Sessellift sowie eine 1.100 Kilometer lange Naturrodelbahn hält allein Altenberg mittlerweile für seine Besucher bereit - im Fokus der Neuerungen stehen allerdings die Details. In diesem Jahr sei vor allem die Beschilderung der Loipen- und Skiwanderwege vorangetrieben worden, sagte Reuter. Ein Großteil des 80 Kilometer umfassenden Netzes sei nunmehr ausgewiesen.

Auch im vogtländischen Schöneck, mit mehr als 250.000 Übernachtungen im Jahr eines wichtigsten Tourismuszentren der Region, haben sich die Verantwortlichen um die Bedürfnisse der Touristen neben den Strecken gekümmert. So investierte die Gemeinde in diesem Jahr ausschließlich in ein neues Parkhaus und reagierte damit auf das bisher größte Manko des Ortes aus Touristensicht. „Die schlechte Parksituation und die weiten Wege zu den Anlagen war die häufigsten Kritikpunkte unserer Wintergäste in den vergangenen Jahren“, sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Vogtland, Michael Hecht.

Insgesamt 4,4 Millionen Euro ließ sich die Gemeinde Schöneck den Neubau sowie die Erweiterung eines Parkplatzes kosten, ab der Saison 2011 stehen rund 800 zusätzliche Parkplätze in unmittelbarer Nähe zur Schönecker Skiwelt und dem 40 Kilometer umfassenden Loipennetz bereit.

Luft nach oben sehen die Tourismusverantwortlichen im Vogtland und Erzgebirge zudem in einer stärkeren Kooperation mit den tschechischen Partnern. Während im erzgebirgischen Oberwiesenthal die Kooperation mit dem benachbarten Bozi Dar bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert wird und das gemeinsame Loipennetz auf mittlerweile 150 Kilometer angewachsen ist, strebt das Vogtland eine länderübergreifende Zusammenarbeit mit den grenznahen Skiregionen in Böhmen erst noch an.

„In der Vergangenheit gab es immer wieder kleinere Probleme aufgrund unterschiedlicher Zuständigkeiten. An einer engen Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Kollegen führt in der Zukunft aber kein Weg vorbei“, sagte Michael Hecht. Eines der ersten Ziele sei dabei ein gemeinsamer Skipass, der Klingenthal und das tschechische Bublava verbindet.