Abbou hatte von Anfang an eine neue Offenheit versprochen. "Die Berliner und Brandenburger haben ein Recht zu sehen, wo ihre Milliarden versenkt worden sind", wird Daniel Abbou im Fachmagazin zitiert. Und dass er Klartext redet, belegen auch seine Aussagen zum geplanten Eröffnungstermin. Noch gilt 2017 als offizielle Sprachregelung. Bei einer Aufsichtsratssitzung am 22. April aber könnte eine erneute Verschiebung auf die Tagesordnung kommen. Zum entscheidenden Kriterium dabei wird, ob das Bauordnungsamt des Dahme-Spreewald-Kreises den fünften Nachtrag zur Baugenehmigung bis Ende Mai genehmigen kann. Gelingt das nicht, läuft den BER-Managern die Zeit davon. "Ich verspreche Ihnen: Wenn ich's weiß, wisst ihr's auch. Mein Technikchef hält weiter daran fest, dass es eine Chance gibt, 2017 einzuhalten. Und wenn er das glaubt und mir auch so kommuniziert, dann ist es so."

Und weiter sagte Daniel Abbou: "Glauben Sie mir, kein Politiker, kein Flughafendirektor und kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt ihnen feste Garantien für diesen Flughafen." Der Fall Abbou zeigt, wie explosiv das Minenfeld BER ist. Denn Abbou ist kein Anfänger. Nach seiner Zeit als Journalist hatte er für die Berliner Senatoren Gisela von der Aue (SPD) und Ulrich Nußbaum (parteilos) gearbeitet. Danach managte er vor fünf Jahren erfolgreich den SPD-Wahlkampf in Baden-Württemberg. Bevor er zum BER kam, arbeitete Daniel Abbou beim PR-Riesen Wall. Zum Flughafen kam er auf Vorschlag der Berliner Senatskanzlei. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) wollte sich seinen Wahlkampf offenbar nicht durch den BER vermasseln lassen. Jan Siegel