Deutschlands östlichste Kita muss investieren, um nicht geschlossen zu werden - und wirbt im Internet um Spenden. Die Mädchen und Jungen im "Schlumpfenhaus" an der deutsch-polnischen Grenze brauchen dringend neue Waschbecken und Toiletten. Für die Sanierung der Sanitäranlage im Dorf Deschka hat die Kommune Neißeaue eine Kampagne im Internet gestartet.

Wegen Auflagen vom Landesjugendamt drohte dem Haus die Schließung. Im Sommer nahm die Gemeinde vorerst selbst eine kleine Summe in die Hand; für die notwendigen Sanierungen in einer Sparvariante. Doch die Suche nach Geld für Toiletten und Waschbecken, Fliesen und Elek troinstallation geht weiter.

In der Grenzkommune gibt es insgesamt drei Kitas für 150 Mädchen und Jungen; 40 Plätze hat das "Schlumpfenhaus". Allerdings kommen nur etwa 90 Kinder aus der eigenen Gemeinde. Auch viele Eltern aus den umliegenden Städten und Gemeinden, wie Görlitz und Kodersdorf, nutzen die zweisprachige Einrichtung. Die polnischen Nachbarskinder aus Piensk und Zgorzelec sind ebenso willkommen.

Der Gemeinderat sagte "Nein" zur Schließung. "Jede geschlossenen Kindertagesstätte ist eine zu viel", sagte Bürgermeisterin Evelin Bergmann. In der Gemeinde Neißeaue kam die Idee auf, die Schlümpfe mit einer Fundraising-Kampagne zu retten. Das Projekt wurde bei "Betterplace", Deutschlands größter Spendenplattform im Internet, eingestellt. 15 000 Euro werden laut Online-Spendenaufruf gebraucht.

Für die Kita-Kinder geht der Alltag weiter. "Wir können die Einrichtung erstmal nutzen. Es wäre schön, wenn die Summe zusammenkommen würde", sagte Bergmann. Schließlich müssen sich auch Schlümpfe die Hände waschen.