Im zähen Kita-Tarifkonflikt ist ein Durchbruch ohne weitere Streiks zum Greifen nahe: Der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg als Schlichter haben den Kommunen Erhöhungen zwischen zwei und 4,5 Prozent für die Kita-Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Sozialarbeiter vorschlagen. Sollten die Gewerkschaften und die Arbeitgeber dem Vorschlag folgen, könnte der neue Tarifvertrag bereits ab Juli in Kraft treten und dann für fünf Jahre gelten.

"Insgesamt war es eine schwierige Schlichtung. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, einen einvernehmlichen Schlichterspruch hinzubekommen", sagte Milbradt. Das sei vor allem aufgrund des sehr komplexen Tarifsystems schwierig gewesen. Bei den Verhandlungen sei es deshalb nie um eine prozentuale Erhöhung für alle, sondern um Eingruppierungen gegangen.

Dem Schlichterspruch zufolge würden die Gehälter für alle Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, Kita-Leiterinnen und einige Sozialarbeiter angehoben. Die Veränderungen beträfen acht der 17 Entgeltgruppen. Das macht nach Arbeitgeberangaben etwa bei den Erzieherinnen, eine Erhöhung von durchschnittlich 3,3 Prozent aus. Für die Beschäftigten ergäben sich dadurch Zugewinne zwischen 33 und 160 Euro.

Das Gesamtvolumen des Schlichterspruchs liegt unter den Gewerkschaftsforderungen, sei aber für die kommunalen Arbeitgeber dennoch außerordentlich schwierig, fasst der Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der für den kommunalen Arbeitgeberverband Mitglied der Schlichtungskommission war, zusammen. "Wir haben diesem Ergebnis zugestimmt, um die Belastungen für die Kinder und ihre Eltern durch die Streiks endgültig zu beenden."