Trotz einer Schlichterempfehlung beenden Gewerkschaften und Arbeitnehmer den zähen Kita-Tarifstreit frühestens Mitte August. Bis dahin müssen Eltern aber keine neuen Streiks fürchten. Die Gespräche für die rund 240 000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sollen nun am 13. August wieder aufgenommen werden. "Wir sind uns bei der notwendigen generellen Aufwertung der Berufe nicht einig geworden", sagt Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag in Offenbach. Vor allem die Sozialarbeiter würden in dem Schlichtervorschlag benachteiligt. "Jetzt haben die Gewerkschaftsmitglieder das Wort." Sie sollen in den nächsten fünf Wochen befragt werden. Währenddessen solle es keine Streiks geben, sagte Bsirske. Der Vorschlag sieht für fünf Jahre je nach Berufsgruppe Steigerungen von zwei bis 4,5 Prozent vor.

"Wir sind jederzeit bereit, die Einigungsempfehlung der Schlichter als Tarifabschluss zu unterschreiben", sagte dagegen VKA-Präsident Thomas Böhle. Er kritisierte die Haltung der Gewerkschaften. Die Arbeitnehmer seien schließlich am einvernehmlichen Schlichterspruch beteiligt gewesen. Auch die Verhandlungskommission des Beamtenbunds dbb und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kündigten Mitgliederbefragungen an. "Bevor wir in die abschließenden Gespräche gehen, wollen wir aber ein detailliertes Stimmungsbild aus unserer Mitgliedschaft", sagte dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing.

Bewegung kommt in den Arbeitskampf bei Lufthansa. Wenige Tage vor dem angekündigten Streik der Flugbegleiter gibt es bei der Lufthansa intensive Bemühungen, diesen noch abzuwenden.

Nach vier Wochen wird heute der Vorhang bei der Bahn gelüftet. Haben die beiden Schlichter im Lokführer-Tarifstreit etwas erreicht? Die Bahnkunden müssen das hoffen, denn anderenfalls drohen ihnen wieder Streiks. Hintergrund Seite 8