"Um der Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft und vor allem der Opfer willen" müsse die Kirche bei der Aufarbeitung vorangehen, sagte Dröge in seinem ersten "Wort des Bischofs". Darin legte der leitende Geistliche vor den Synodalen Rechenschaft über die ersten sechs Monate seiner Amtszeit ab - und am hölzernen Rednerpult der neogotischen Großstadtkirche trug er mit ruhiger, fast sanfter Stimme deutliche Positionen vor. So kündigte der Theologe an, dass die wegen des Maserati-Skandals umstrittene Berliner Treberhilfe aus dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ausgeschlossen werden soll. Und auch zur Ökumene mit der katholischen Kirche fand Markus Dröge scharfe Worte. Dass Katholiken und Protestanten noch immer kein gemeinsames Abendmahl feiern können, sei ein Skandal, "weil das gemeinsame christliche Zeugnis der Versöhnung dadurch empfindlich geschwächt wird." Gedacht wurde in der Berliner Bartholomäuskirche gestern schließlich auch der Opfer des Absturzes des polnischen Regierungsflugzeugs im russischen Smolensk: Im Eröffnungsgottesdienst beteten die Synodalen für die Toten, unter denen sich auch Staatspräsident Lech Kaczynski befand. Auch der polnische Botschafter Marek Prawda nahm an diesem Gottesdienst teil - das gemeinsame Gebet der Christen sei ein "Ausdruck der Menschlichkeit im Sinne der guten Nachbarschaft gewesen", sagte der Diplomat im Anschluss. Benjamin Lassiwe