Am Ende war es ein Favoritensieg. Die in der Berliner Bartholomäuskirche versammelte Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wählte am Freitag den bisherigen Propst der EKBO, Christian Stäblein, im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Bischof Markus Dröge. Stäblein erhielt 76 Stimmen. Der Hildesheimer Theologe Jochen Arnold, erhielt 23 Stimmen. Die dritte Bewerberin, die Frankfurter Rundfunkpfarrerin Heidrun Dörken, erhielt 13 Stimmen.

„Ein Bischof ist ein Hingucker“, sagte Stäblein in der für ihn typischen, stakkatoartigen Rede. „Einer, der hinguckt, fragt, sagt, sucht, wie es den Gemeinden geht und wie es mit Gottes Wort ist, in der Welt und für die Welt.“ In der nach neuesten Zahlen noch rund 940.000 Gemeindeglieder zwischen Prenzlau und der tschechischen Grenze zählenden Landeskirche kennt sich der Theologe aus: Stäblein ist seit August 2015 Propst der EKBO. In diesem Amt ist der aus Niedersachsen stammende Theologe Stellvertreter des Bischofs in der Kirchenleitung, und für die theologische Leitung der Kirchenbehörde, des Konsistoriums, zuständig. In den letzten Monaten tourte er durch die ganze Landeskirche – denn die EKBO ist dabei, über die Art und Weise nachzudenken, wie in den Gemeinden das Abendmahl gefeiert wird. Stäblein koordiniert diesen Prozess.

Dass die EKBO seit ihrer Gründung 2004 fast 300.000 Gemeindeglieder verloren hat, ist Stäblein schmerzlich bewusst. Schon in seiner Vorstellung Mitte März in der Berliner Marienkirche sprach er sich aber gegen einen Rückzug der Kirche hinter ihre Mauern aus. „Auf dem Markt von Pluralität, Vielstimmugkeit und Freiheit erkennbar sein, bedeutet aus meiner Sicht, offen, profiliert und dabei vernehmbar, weil verstehbar sein.“ Erfahrungen sammelte der designierte Bischof zuvor auch als Studienleiter eines Predigerseminars und Gemeindepfarrer in Nienburg an der Weser. „Mit ganzem Herzen war ich Gemeindepfarrer und bin es irgendwie geblieben“, sagte Stäblein. „Ich halte gern zusammen, verschiedene Positionen und Frömmigkeiten.“ Er wolle gern Menschen mitnehmen und mit ihnen gemeinsam unterwegs sein, „durch die Mark, in der schlesischen Oberlausitz, auf Berliner Wegen.“