Senftenberg. Große Teile gekippter Flächen bei Lohsa werden über das Jahr 2017 hinaus nicht wieder nutzbar sein. Das bestätigen flächendeckende Expertisen, die die Bergbehörden Brandenburgs und Sachsens nach großflächigen Erdrutschen für die Lausitz gefordert hatten und die jetzt vorliegen. "Für Lohsa sind die unerwarteten Instabilitäten im alten Revier ein herber Rückschlag", erklärt Bürgermeister Udo Witschas (CDU). Vor allem Zukunftsplanungen für den Tourismus würden gebremst. "Aber die Sicherheit geht vor", sagt er.

Von 60 000 Hektar Land, das der Braunkohlenbergbau in der Lausitz über ein Jahrhundert hinaus beansprucht hat, sind derzeit etwa 40 000 Hektar gekippte Flächen nicht standsicher. Gewaltige Erdrutsche auf bereits saniertem Terrain im Nordraum Brandenburgs (Dahme-Spreewald-Kreis 2009) und im Bereich Spreetal (Kreis Bautzen 2010) haben die Experten der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) völlig überrascht und im Sanierungszeitplan zurückgeworfen. Etwa 17 000 Hektar schon einmal freigegebenes Land in den Ländern Brandenburg (8640 Hektar) und Sachsen (8310 Hektar) sind vorsorglich erneut gesperrt worden und müssen jetzt überarbeitet werden. Zehn Prozent aller betroffenen Flächen können bereits im nächsten Jahr, mehr als die Hälfte der noch gefährdeten Areale in fünf Jahren wieder nutzbar sein. Das kündigt LMBV-Geschäftsführer Dr. Mahmut Kuyumcu an.

Er zeigt sich erleichtert darüber, dass die Grundsäulen des Sanierungskonzeptes für die Lausitz durch die Gutachten bestätigt werden. Demnach funktionieren die versteckten Dämme, Stützkörper im locker gelagerten Kippen-Erdreich, mustergültig. Vor allem die Uferböschungen der Gewässer im Lausitzer Seenland sind so standsicher gemacht worden. Auch der jüngste Böschungsbruch am Bahndamm Lohsa (Kreis Bautzen) vom März belegt, dass die versteckten Dämme halten. Beim planmäßigen Verdichten des Schienenweges Horka - Roßlau war die gekippte Ostböschung des Silbersees abgerutscht - punktgenau bis zum bereits fertigen Stützkörper im Erdreich. Ergänzend testet die LMBV in diesem Jahr weitere Sanierungsmethoden wie oberflächennahe Sprengungen und Drainsysteme, um die Lausitzer Innenkippen zu sichern.