| 12:09 Uhr

Kinderporno-Razzia in der Lausitz

Ein Screenshot eines Chat-Protokolls der Kinderpornografie-Plattform "Elysium" wird am 07.07.2017 am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Wiesbaden (Hessen) auf einem Monitor präsentiert.
Ein Screenshot eines Chat-Protokolls der Kinderpornografie-Plattform "Elysium" wird am 07.07.2017 am Rande einer Pressekonferenz von Bundeskriminalamt (BKA) und Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt in Wiesbaden (Hessen) auf einem Monitor präsentiert. FOTO: Arne Dedert (dpa)
Wiesbaden. Wenige Tage nach einem großen Schlag gegen Kinderpornos im Darknet melden die Ermittler den nächsten Erfolg: Die Wohnungen von 67 Tatverdächtigen wurden durchsucht – vier davon in der Lausitz. bob/mit dpa

Im Kampf gegen Kinderpornos im Internet haben Ermittler die Wohnungen von 67 Tatverdächtigen in Deutschland durchsucht. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt und das Bundeskriminalamt (BKA) Wiesbaden am Donnerstag mitteilten, erfolgten die Durchsuchungen bereits vom 5. bis 19. Juli. Die Beschuldigten im Alter von 18 bis 80 Jahren stehen im Verdacht, über den Onlinedienst "Chatstep" Bilder und Videos mit Kinderpornografie getauscht zu haben. Die Aufnahmen zeigten schweren sexuellen Missbrauch von Kindern, darunter auch von Kleinstkindern, sowie von sexueller Gewalt gegen Kinder.

Zugeschlagen haben die Polizisten auch in der Lausitz. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main am Donnerstag bestätigte, wohnen drei der Verdächtigen im Zuständigkeitsbereich des Landgerichtes Cottbus, ein weiterer im Bereich des Landgerichtes Görlitz. Bei allen vieren fanden Durchsuchungen statt. Technik und weiteres Beweismaterial wurde sichergestellt und werden nun ausgewertet, wie die Generalstaatsanwaltschaft bestätigt. Es habe keine Festnahmen gegeben, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Georg Ungefuk, in Wiesbaden. Kein Tatverdächtiger sitze in Untersuchungshaft. Das könne sich aber ändern, wenn das sichergestellte Material ausgewertet worden sei. Bislang gebe es keine Hinweise, dass die Tatverdächtigen realen sexuellen Missbrauch begangen haben könnten.

Um die mutmaßlichen Täter zu identifizieren, hat der US-amerikanische Betreiber der Internet-Plattform mit dem BKA zusammengearbeitet. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger der Beschuldigten sowie weitere Ermittlungen dauerten noch an.

Vor wenigen Tagen hatten die Ermittler bereits einen großen Schlag gegen Kinderpornografie gemeldet. Eine der größten internationalen Kinderpornografie-Plattformen im Darknet, "Elysium", wurde stillgelegt, 14 Verdächtige wurden festgenommen. Zwölf von ihnen wird sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das BKA am 7. Juli mitgeteilt hatten. Ein Beschuldigter kam den Angaben zufolge aus Dresden, ein weiterer aus Berlin.

Auf der 87 000 Nutzer zählenden Plattform "Elysium" wurden kinderpornografische Bilder und Videos ausgetauscht, darunter Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs. Die Opfer waren Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren. Für die Verbreitung kinderpornografischen Materials können bis zu fünf Jahre Gefängnis verhängt werden.