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| 02:51 Uhr

Kinderarmut in Deutschland weiter auf hohem Niveau

Berlin. Auch in Deutschland wird am heutigen Donnerstag der Weltkindertag gefeiert. Eine der RUNDSCHAU vorliegende Datenübersicht der Bundesagentur für Arbeit belegt allerdings, dass immer noch viele der Jüngsten in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen. Stefan Vetter

So sind derzeit 1,63 Millionen Kinder unter 15 Jahren auf Hartz IV angewiesen. Das ist jedes siebte Kind (14,9 Prozent). Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede.

In Bayern sind nur 6,8 Prozent der unter 15-Jährigen betroffen, in Berlin dagegen 34,5 Prozent. In Brandenburg liegt die Quote bei 20,3 und in Sachsen bei 20,8 Prozent. Immerhin, seit 2005, dem Jahr der Einführung von Hartz IV, hat sich die Zahl der betroffenen Kinder um gut 81 000 verringert.

Daraus könne aber nicht auf einen allgemeinen Rückgang der Hilfebedürftigkeit von Kindern geschlossen werden, sagte die Sozialexpertin der Linken, Sabine Zimmermann, der RUNDSCHAU. Denn parallel dazu sei die Anzahl der Bezieher des sogenannten Kinderzuschlags enorm angestiegen. Der Kinderzuschlag ist für Haushalte gedacht, in denen die Eltern ihren Bedarf durch eigenes Einkommen abdecken können, aber wegen des Bedarfs ihrer Kinder Anspruch auf Hartz IV hätten. Durch den Kinderzuschlag wird der Hartz-IV-Bezug vermieden. Trotzdem stehen solche Familien finanziell nicht besser da.

Während es Ende 2005 nur knapp 41 000 Kinder gab, deren Eltern den Kinderzuschlag bezogen, waren es im August 2012 bereits mehr als 210 000. Rund 87 Prozent von ihnen sind jünger als 15 Jahre. "Leider ist es in Deutschland immer noch so, dass Kinder das größte Armutsrisiko darstellen", kritisierte Zimmermann. In der hohen Zahl von Kindern mit Hartz IV und den Beziehern von Kinderzuschlag spiegele sich immer noch "eine angespannte Arbeitsmarktlage mit ausufernden Niedriglöhnen" wider.